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Ouecksilberbarometer kontrolliert. Bei der geringen Höhendifferenz kann der Fehler dieser barometri- sehen Messung nur sehr gering sein, der des Nivelle- ! ments kommt gar nicht in Betracht. ,
Für Tabora wurde 1238 m angenommen, j Schon bei U h 1 i g s Berechnungen seiner Höhen- j messungen, ergab sich mit Wahrscheinlichkeit, daß | Kohlschütters Werte für Tabora 3 ) zu hoch | seien. Kohlschütter hatte mit Daressalam i und Kwai als Basisstation die Höhe der alten j Station von Tabora auf Grund zahlreicher Beobachtungen zu 1214 m berechnet, die Höhendifferenz j von alter und neuer Station auf Grund einer beob- J achteten Luftdruckdifferenz von 3,1 mm zu 41 m bestimmt, mithin die Höhe der neuen Station zu i 1255 m. Ich erhielt als durchschnittliche Differenz entsprechender Monatsmittel des Luftdrucks, einerseits aus den Jahren 1899, 1901 und 1902 (alte ! Station), anderseits aus 1906/07 im Durchschnitt : 2,8 mm. Danach ist die Höhendifferenz zwischen alter und neuer Station etwa 4 m geringer als Kohlschütter annahm. Die neue Station läge also 1251 m. Ferner berechnete ich aus den Mitteln sämtlicher Monate von Juni 1906 bis Mai 1907 die Höhendifferenz Neuwied—Tabora zu 22 m, woraus sich für die neue Station nur 1238 m ergibt, also 13 m niedriger, als nach Kohl- ■ schütter. Da bei der geringen Höhendifferenz von 22 in kein größerer, klimatischer Fehler unterlaufen kann, so schien nicht nur mir, sondern auch K 0 h 1 s c h ü 11 e r dieser Wert der wahrscheinlichste. Danach wäre auch Kohlschütters Zahl für die alte Station um 13 m zu erniedrigen. Es scheint also, daß die von K o h 1 s c h ü 11 e r angenommenen klimatischen Korrektionen für Tabora mit seinem , exzessiven Steppenklima noch immer zu gering waren.
Die Höhe von Moschi berechnete ich aus den sämtlichen Monatsmitteln von 1902 mit den Basisstationen Daressalam, Tabora (alte Station zu 1201 m angenommen) und Kwai. Für Station Kwai mußte ich die Monatsmittel von 1900 nehmen, da von 1902 keine Beobachtungen vorhanden sind. Als Mittel ergab sich 1149 m, ein Wert, der höchstens um 2 m unsicher sein dürfte. Es ist aber nicht ganz sicher, ob er fürs Wetterhäuschen, oder für das etwa 3 m höhere Erdgeschoß der Militärstation gilt. Im meteorologischen Bericht von 1902 steht, 1 ), daß ,,die sämtlichen Instrumente“ sich im Wetterhäuschen befanden. Nach dem Bericht von i 9°3 und 1904 aber befanden sich 2 ) „die sämtlichen Ther-
9 A. a. O., S. 150.
2 ) Mitt. a. d. Deutsch. Schutzgeb.. 1906, S. 77.
3 ) Mitt. a. d. Deutsch. Schutzgeb. 1908, S. 73.
mometer und der Thermograph“ im Wetterhäuschen. 1904 sahen Uhlig und ich das Barometer im Erdgeschoß des Stationsgebäudes, während es 1906 wieder im Wetterhäuschen hing. Ob es 1902 wirklich im Wetterhäuschen hing, wie man hieraus schließen sollte, kommt mir immerhin etwas zweifelhaft vor.
ß. Die Z w i s c h e n h ö h e n.
Reduktion des Luftdrucks auf Tages mittel. Nachdem diese „Haupthöhen“ berechnet waren, wurden die übrigen, dazwischenliegenden, durch differentielle Interpolation gefunden. Damit nicht die Tagesschwankungen des Luftdrucks nicht existierende Flöhenunterschiede hervorriefen, wurden zuerst alle Beobachtungen aufs Tagesmittel reduziert, indem die Abweichung der betreffenden Stunde gegen das Tagesmittel des Luftdrucks subtrahiert wurde vom beobachtenden Luftdruck der Tabelle III. Da die Abweichungen an den einzelnen Orten und Tagen nicht bekannt waren, mußten wir uns mit den Monatsmitteln der stündlichen Abweichungen- einer meteorologischen Station von ähnlichem Klimacharakter begnügen, was vollkommen hinreicht. Plateauorte'wurden mit den stündlichen Abweichungen von Tabora 1903, Grabenorte mit denen von Langenburg, Bergorte mit denen von Kwai 1897 bis 1898 reduziert. 1 )
Monats mittel der Temperatur. Zur differentiellen Berechnung der Höhen war außer dem Tagesmittel des Luftdrucks auch noch das Tagesmittel der Temperatur erforderlich. Bei den meisten Barometerablesungen war die Temperatur nicht beobachtet worden. Wir waren darauf angewiesen sie aus den Beobachtungen einer meteorologischen Station unter irgend einer Annahme über die Temperaturabnahme mit der Flöhe zu berechnen. Da war es am bequemsten gleich die Mittel zu berechnen, nach folgender Form
t ist die gesuchte Mitteltemperatur, t D das Monatsmittel von Daressalam, h die rohe Höhe, die aus den Jordan sehen Tafeln entnommen wurde, x ist die Temperaturabnahme für 100 m, sie wurde bei Plateau- und Grabenorten nach Kohlschütte r zu 0,5° angenommen, bei Bergstationen wurde sie aus Kohlschütters Tabelle 1 ) abgeleitet. Da diese Tabelle nur bis 3000 m reicht, und der Versuch einer Extrapolation zu ganz unmöglichen
9 Heidkes Bericht in Mitt. a. d. Deutsch. Schutzgeb. 1908, S. 94. Kohlschütters Tabelle 74 a. a. O., S. 203. Deutsche Überseeische meteorologische Beobachtungen, herausgegeben von der Deutschen Seewarte, Heft 10.
2 ) A. a. O., S. 203.