Dritter Teil. 1887-1890.
1. Die Erfahrungen der ersten Jahre.
rsorschung der weiten, für Deutschland erworbenen Gebiete, Herstellung geordneter Verhältnisse in ihnen waren naturgemäß die ersten Aufgaben der Deutschen Verwaltung. Da zeigten sich aber gleich zahllose unvorhergesehene Schwierigkeiten. Die Kaufleute, welche die Kosten der Verwaltung tragen sollten, waren zu solchen Aufwendungen wenig geneigt, und dem Reich standen Mittel nur in sehr bescheidenem Maße für diesen Zweck zur Verfügung. — Die Erforschung des unbekannten Innern der Schutzgebiets konnte so nur sehr langsam und mangelhaft begonnen werdend) In Togo wurde Stabsarzt Dr. Wolf und Hauptmann v. Fran?ois, in Kamerun ein früherer Pastor Dr. Schwarz mit den ersten Schritten zur Erkundung des Hinterlandes betraut. Wirkliche Erfolge in Kamerun erzielten erst die von Hauptmann Kundt, den Leutnants Tavpenbeck, Morgen und die von Dr. Zintgraff geführten Expeditionen. In Südwestafrika reisten der Botaniker Dr. Schinz und ein Leutnant a. D. Steinäcker.
In Togo sah man sich infolge häufiger Streitigkeiten mit dem englischen Nachbargebiet veranlaßt, schon vor Beendigung der Erforschung der Kolonie sich mit England über die Grenzen auseinanderzusetzen. Am 23. Dezember 1887 vereinbarte Geheimrat Krauel kurzerhand mit dem englischen Botschafter eine Grenzlinie von der Küste bis zu einem Punkte am Voltaflusse. Das
^) In sehr eingehender und sachlicher, wenn auch vielleicht etwas einseitiger Weise hat Dr. Fabri die kolonialen Aufgaben Deutschlands in der Kölnischen Zeitung vom 13. bis 22. Juli 1835 behandelt. — Die wohlwollenden Urteile der deutschen Handelskammern über die Kolonialpolitik lieh Fürst Bismarck in der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung Nr. 359, 361, 367, 369, 371, 373, 379, 331, 333, 335, 337 vom Jahre 1335 im Wortlaut abdrucken.