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Geschichte der deutschen Kolonialpolitik / von Alfred Zimmermann
Entstehung
Seite
138
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Dritter Teil. 1887-1890.

1. Die Erfahrungen der ersten Jahre.

rsorschung der weiten, für Deutschland erworbenen Ge­biete, Herstellung geordneter Verhältnisse in ihnen wa­ren naturgemäß die ersten Aufgaben der Deutschen Verwaltung. Da zeigten sich aber gleich zahllose unvorher­gesehene Schwierigkeiten. Die Kaufleute, welche die Kosten der Verwaltung tragen sollten, waren zu solchen Aufwendun­gen wenig geneigt, und dem Reich standen Mittel nur in sehr bescheidenem Maße für diesen Zweck zur Verfügung. Die Erforschung des unbekannten Innern der Schutzgebiets konnte so nur sehr langsam und mangelhaft begonnen werdend) In Togo wurde Stabsarzt Dr. Wolf und Hauptmann v. Fran?ois, in Kamerun ein früherer Pastor Dr. Schwarz mit den ersten Schritten zur Erkundung des Hinterlandes betraut. Wirkliche Er­folge in Kamerun erzielten erst die von Hauptmann Kundt, den Leutnants Tavpenbeck, Morgen und die von Dr. Zintgraff ge­führten Expeditionen. In Südwestafrika reisten der Botaniker Dr. Schinz und ein Leutnant a. D. Steinäcker.

In Togo sah man sich infolge häufiger Streitigkeiten mit dem englischen Nachbargebiet veranlaßt, schon vor Beendigung der Erforschung der Kolonie sich mit England über die Grenzen aus­einanderzusetzen. Am 23. Dezember 1887 vereinbarte Geheimrat Krauel kurzerhand mit dem englischen Botschafter eine Grenz­linie von der Küste bis zu einem Punkte am Voltaflusse. Das

^) In sehr eingehender und sachlicher, wenn auch vielleicht etwas ein­seitiger Weise hat Dr. Fabri die kolonialen Aufgaben Deutschlands in der Kölnischen Zeitung vom 13. bis 22. Juli 1835 behandelt. Die wohl­wollenden Urteile der deutschen Handelskammern über die Kolonialpolitik lieh Fürst Bismarck in der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung Nr. 359, 361, 367, 369, 371, 373, 379, 331, 333, 335, 337 vom Jahre 1335 im Wort­laut abdrucken.