Teil eines Werkes 
[Bd.] 4 (1885) Süd-Afrika bis zum Sambesi und Kap Frio / nach den neuesten Quellen geschildert von Dr. Hermann Roskoschny
Entstehung
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UXihrcnd des Druckes dieses Bandes haben sich in Süd-Afrika wichtige verändernngen völligen, welche wir I'ier in gedrängter Kürze mitteilen:

Durch Verträge, welche der mit Land und Lentcn und mit der Sprache der Eingeborenen wohl vertraute Pastor Büttner nur mehreren Hottentotten-Häuptlingen abschloß, sind weite Landstreckcn, welche sich vorzüglich für Viehzucht eignen, dem deutschen Schutzgelnet hinzugefügt worden, wodurch eine gedeihliche Entwickelung dieses Kolonialunternehmens wesentlich gefordert erscheint.

Das deutscke Gebiet in Südwest-Afrika fand ferner eine wertvolle Vergrößerung und Abruudung durch einen ver trag, welchen die Rei^sronunissare vi. Göring und Pastor Büttner nnt Maharero, dem Häuptling der Herer>>, ain 2^. Oktober 1.885 schlössen. Der mächtige vererb Häuptling hat zwar auf feine Oberhoheitsrechte nicht verzicktet, aber er stellt sein Volk und sein Land unter deutschen Schutz und verpflichtet sich, deutsche Unternehmungen im Hcrerüland nach Kräften zu förderu.

während der Verhandlungen mit Maharcro fand ein blutiger Zusammenstoß zwistbeii vererb und Hottentotten statt. Die ersteren lagerten etwa 5500 Mann stark auf Gsona bei Gkahandja, wo Maharero residiert, als etwa 600, auf einen: Kriegszug begriffene Bama, denen jene die Benutzung der von ihnen besetzten Guelle verweigert hatten, trotz ihrer Minder­zahl die Hererü angriffen. Lin erbitterter Kampf entspann sich, der von I.1.V2 ^hr mittags bis y Uhr abends dauerte. Die Naina waren iin Verlauf des Kampfes von den Iberer" völlig eingeschlossen worden und retteten sich im Dnnkel der flacht durch die Flucht, indem sie ihr Gepäck zurückließen. Die Zahl ihrer verwundeten blieb unbekannt; sie ließen 35 Tote, 2 Wagen nnd 5 Karren auf dein S^blachtselde zurück und verloren 500 Pferde, wogegen der Verlust der Herer» zo Tote und mebr als 70 zum Teil schwer verwundete betrug. Die aufopfernde Thätigkeit, welche die in Gkahandja anwesenden DeutiVben nach dem Kampse beim verbinden und bei der Pflege der Verwundeten entfalteten, hat auf die Herer>'> einen tiefen Lindruck gemacht, viel zur Befestigung der freundschaftlichen Gesinnungen beigetragen und den Abschluß des Vertrages gefördert. Nach Unterzeichnung desselben wurde auf dem Haufe INaharcros die deutsche Flagge aufgezogen, uud ein Fest mit Spiel nnd Fcner- werk, wobei reichlich Lebensmittel an die Eingeborenen verteilt wurden, beschloß den Tag.

Berichtigung. Die Unterschrift des Bildes anf Seite -15 hat zu lauten: Typen ans dein Namalande.