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Die Eisenbahnen Afrikas : Grundlagen und Gesichtspunkte für eine koloniale Eisenbahnpolitik in Afrika
Entstehung
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bis 1900 durchschnittlich 2,65 Millionen Frcs. betragen, seither langsam abgenommen, da die Betriebsüberschüsse der beiden Anlagen von 1,05 Millionen Frcs. im Jahre 1887 auf 1,85 Millionen Frcs. im Durchschnitt der Jahre 19011905 stiegen.

Die Einnahmen der Eisenbahn allein stiegen von durchschnittlich ca. 800 000 Frcs. 18861889 auf ca. 1 150 000 Frcs. 19011903. Pro Km ergaben sich 19011903 im Durchschnitt:

Einnahmen.......... 9 402 Frcs.

Betriebsausgaben (ohne Verzinsung des

Baukapitals)........ 7 242

Betriebsüberschuß........2 160

Betriebskoeffizient........ 0,74 -

Für 1904 und 1905 sind die Ergebnisse weniger be­friedigend, da in diesen Jahren Cyklone ungeheuren Schaden anrichteten und die Ernte der harrptsächlichen Ausfuhrware, des Zuckerrohrs, teilweise vernichteten. Für 1906 und 1907 stehen wieder bessere Ergebnisse in Aussicht.

Der Betriebsüberschuß von 2160 Frcs. Pro Km, d. h. von ca. 280 000 Frcs. für die ganze Strecke, be­deutet eine Verzinsung von ca. 1,5 "/o des auf die Bahn verwandten Kapitals von 18,6 Millionen Frcs.

Die Rentabilität der Bahn leidet unter folgenden Verhältnissen:

1. In den letzten Jahren häufiges Auftreten ver­heerender Cyklone.

2. Konkurrenz der Küstenschiffahrt, welche die Bahn zu beständigen Tarifherabsetzungen zwang und ihr in den Jahreszeiten, iu denen Schiffahrt möglich, dennoch die Fracht wegnahm. Aus diesem Grunde wurde 1906 den Küstenschiffahrtsunternehmern die Konzession zu ihrem Gewerbe gegen Entschädiguug entzogen, wovon eine be­deutende Zunahme der Frachteinnahmen erwartet wird.

3. Hauptgrund aber ist die immer schlechter werdende Rentabilität des Zuckerbaues, neben dem Vanille und Kaffee nur unwesentlich in Betracht kommen. Der Außen­handel der Kolonie, der in den 70er Jahren, als das Bahnprojekt reifte, durchschnittlich ca. 55 Millionen Frcs. betragen hatte, belief sich 19041905 auf durchschnittlich nur 35 Millionen Frcs.' die Ausfuhr speziell ging in den letzten 30 Jahren von 2530 auf 1218 Millionen Frcs. zurück. 1906 betrug sie gar nur 9,7 Millionen Frcs.

Die Bahn konnte den hauptsächlich durch Verände­rungen auf dem Weltmarkt für Zucker hervorgerufenen wirtschaftlichen Rückgang der Kolonie natürlich nicht auf­halten. Trotz desselben erzielte die Bahn von 1836 bis 1901 stetig steigende und seither, abgesehen von den Cyklonenjahren 1904 und 1905, nicht wesentlich ab­nehmende Einnahmen. Der Bericht der französischen Regierung schließt daraus mit Recht, daß, wenn nicht diese ganz unerwartete, verhängnisvolle Wendung in den gesamten wirtschaftlichen Verhältnissen der Insel ein getreten wäre, auch die Bahn sich finanziell bedeutend günstiger entwickelt hätte.

6. Mauritius.

Gurllen:

(?>olonisl R-sports .4niiUÄl. Usuritius. lisport ior 1904. Report sor 1905.

I.0Qäoll 1905 bezw. 1906. j'Ks 8<itt68M3ns ^sarbook kor tko ?esr 1906. I^onäoit 1906.

I. Entwicklung und Stand.

Schon 1886 baute der Staat mehrere kleine Stich bahnen, die seither nur um kleine Nebenstrecken vermehrt worden sind. Privatbahnen gibt es auf der Insel nicht. 1905 waren 131,5 engl. Meilen ^ 210 Km in Betrieb,

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