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Die Eisenbahnen Afrikas : Grundlagen und Gesichtspunkte für eine koloniale Eisenbahnpolitik in Afrika
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Britisch-Centralafrika-Protektornte.

Cl-itUen.

Engl. Parlamentsbericht für da? Jahr 1905. l'olouial Kopoi't^ ^Vnnüal.

LtÄtist-iv^l ^.ds^l'Qot toi' tdv sovvral Nrliigd 0ciIvuivL ete. 1906. Fuchs, die Wirtschaftliche Erkundung einer ostafrikanischen Südbahn. ^Ko kÄlI^'^ No^vs. ^inl^vaz' ^^o.

I. Entwickelung und Stand.

Im Jahre 1899 fand in Blautyre eine Versamm­lung von englischen Interessenten statt, in der über eine Eiseubahuverbindnng zwischen dem Nyassasee und den? Shire-Zambesi verhandelt wnrde. Der Bevollmächtigte von Cecil Rhodes riet dabei von der geplanten Eisen­bahn ab, mit der Begründung, daß dieselbe nicht mehr rentieren könnte, wenn es den Deutschen einfiele, von ,<luwa-Kisiwani znm Nyassa eine Bahn zu bauen. Als indessen in den folgenden Jahren nichts von einer deut­scheu Südbahu verlautete, als jede Agitation für die­selbe mit Rücksicht auf die projektierte Bahn Daressalcnn Morogoro unterbleiben mußte, glaubten die Engländer, für absehbare Zeit vou einer deutschen Nyassabahn nichts befürchten zu brauchen, und gingen nun rasch ans Werk. Im Jahre 1901 wurde der Loire RiK'liianäs kLÜI^vnv luinnwci vou der englischen Regierung die Konzession er­teilt, eine Eisenbahn von Port Herald nach Blantyre zn bauen und dieselbe später von Blantyre nach Fort John­ston fortzusetzen.

Gegenwärtig ist eine Strecke von 80^ Kni von Port Herald über Chiromo hinaus eröffnet. 1907 soll die Strecke bis Blantyre in Betrieb genommen werden.

II. Sau und K-tried.

Die Strecke Port HeraldChiromo 30 niüc.L 48 Kni ist von der Gesellschaft für einen Aufwand vou ca. 90 000 ck ^ 1 836 000 F^. 38 250 ^./Km gebaut. Sie wurde bereits am 1. September 1904 dem Verkehr übergeben, jedoch im Dezember uud Februar/März 1905 durch Uberschwemmnngen zerstört. Seit April >'.-"> wurde sie wieder eröffnet. Auf dieser Strecke habeu ver- hältnisniäßig wenig Schwierigkeiten bestanden, bei Chiromo aber war eine große Brücke über den Shire zn banen, unter der die Dampfer passieren müssen, nnd dann der sehr schwierige Aufstieg nach Blantyre zu ge- winnen.

Wesentliche Mühe machte anch die Beschaffung von Arbeitern. Die farbigen Arbeiter (ca. 12 000 und dar­über) waren mangelhaft, wenn auch uicht so teuer wie indische Kulis. Ein Arbeiter soll monatlich 12 sli ge kostet, dabei aber auch uur weniger als 1/2 odm Erde täglich geleistet haben. Der Lohn ist deshalb (nach dem kolonial Report) auf 6 sli pro Mouat herabgesetzt.

Eine weitere Schwierigkeit bot die mangelhafte Schiffbarkeit des Flusses, und es blieb schließlich nichts übrig, als zunächst eine Verbindungsbahn zwischen Chiromo uud Port Herald, dem in der südlichste» Spitze des Protektorats gelegenen Hafen am Shire, zu baueu. Diese Strecke befindet sich bereits in regelmäßigem Be­triebe, uud wenn man auf portugiesischer Seite das kurze Stück bis zum Zambesi anschließen wollte, könute an einer der Zambesimündungen ein bedeutender Hafen­platz entstehen.

Hat man mm auch durch die ueue Strecke da?- Heranschaffen des Materials ermöglicht, so bleiben noch die zu überwindenden Terrainschwierigkeiten zwischen Chiromo und Blantyre. Der Höhennnterschied beträgt