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Die Eisenbahnen Afrikas : Grundlagen und Gesichtspunkte für eine koloniale Eisenbahnpolitik in Afrika
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Provinz ist. Ungefähr 200 Km von der Küste ab ge­deihen alle tropischen und europäischen Kulturen aus­gezeichnet. Außerdem könnte die Hebung der Viehzucht und Mineralienausbeutung ganz bedeutend die Resultate aller Ackerbau- oder Jndustrieunternehmungen vermehren.

Der augenblickliche Mißstand in den Verkehrswegen nach dem Innern ist so groß, daß der Betrieb nur langsam von statten gehen kann. Der Trägertransport braucht oft mehrere Wochen, um an die Küste zu kommen. Die Eingeborenen veranstalten im allgemeinen jährlich nur einen einzigen Transport und die Transport­kosten sind beträchtlich, ungefähr 300 Reis Pro tkm.

Die Mossamedes-Bahn leistet schon gute Dienste, da sie schon zum Truppen- und Warentransport benutzt werden kann.

VI. Strategisch-politische Sedenwng.

Die strategische Bedeutung der Bahnen neben den wirtschaftlichen ist sür diese noch wenig erschlossene und mehrfach durch Aufruhr im Innern in ihrer Entwicklung gestörte Kolonie bereits erwähnt.

VII. Projekte.

Außer den im Bau befindlichen Linien ist noch das Humbe-Bahnprojekt zu nennen, das von Port Alexandre über Humbe nach Deutsch-Südwestasrika sühren sollte. Die Mossamedes Co. wollte den Bau unternehmen, aber mit Rücksicht auf die Otavibahn ist er vorläufig unter­blieben.

III. Südafrika.

1. Deutsch-Südwestafrika.^

Ouellen.

Akten und Etats.

Denkschrist über die Entwicklung der Schutzgebiete 190K/06. Kolonial-Haudelsadreßbuch.

Mitteilungen der deutschen Kolonial-Eisenbahnbau- und Vetriebs- gesellschast.

Geschäftsbericht der Otavi-Mineu- und Eisenbabngesellschaft für 1905/06.

Semler: Meiue Beobachtungen in Südivestafrika. Hamburg 1906. Wechsler! Die Otavibahn, Sonderabdrnck ans der Zeitschrift des Ver. d. Jng. Berlin 1907.

1. Bahn SwaKopmund-WindhnK.

I. Entwicklung und Stand.

Im Mai des Jahres 1897 griff die Rinderpest un­geachtet aller Vorsichtsmaßregeln aus dem Kaplande auf das südwestasrikanische Schutzgebiet über. Es lag infolge­dessen die Gefahr vor, daß der bei den örtlichen Ver­hältnissen sast ausschließlich auf das Ochsenfuhrwerk an­gewiesene Frachtverkehr lahmgelegt und insbesondere die nach Verlust des Viehs doppelt notwendige Zufuhr von der Küste her abgeschnitten wurde.

Unter diesen Umständen war es zur Abwehr der drohenden Hungersnot dringend geboten, den bereits seit längerer Zeit in Aussicht genommenen Bau einer an der Hauptverkehrsstraße des Schutzgebietes, dem sogenannten Bayweg, entlang führenden Eisenbahn von Swakopmund

f. Kartenskizze auf S. 83.