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Die Eisenbahnen Afrikas : Grundlagen und Gesichtspunkte für eine koloniale Eisenbahnpolitik in Afrika
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schaften. Der Süden ist jetzt in der Hauptsache Hinter­land von Kribi geworden. Die Eisenbahnen sollen ganz Kamerun dem deutschen Handel tributpflichtig machen. Bisher war im zentralen Teil auch das System des Zwischenhandels von der Küste ins Innere einem Vor­dringen des Handels durch den Urwald zum Graslande des Inneren hinderlich, ein Zwischenhandel, den die Ein­geborenen-Stämme des Waldlandes als ein Privilegium festhielten. Der zentrale Teil von Kamerun kann also als ein noch unerschlossenes durch die Eisenbahn erst zu erschließendes Gebiet betrachtet werden. Man wird be­rechtigt sein sich bei der Berechnung des Exportes an die günstigen Erfahrungen zu halten, die z. B. in der Dar­stellung der westafrikanischen englischen und französischen Kolonieen mitgeteilt worden sind. Bei dem Einfuhrhandel ist die zum Teil große Bevölkerungsdichtigkeit im Innern zu berücksichtigen, die durch die Eisenbahn überhaupt erst in größerem Maße mit der Küste und ihrem Handel in Verkehr treten wird. Diese Anschauung deckt sich auch mit den Forschungen der Geographen und Reisenden über Kamerun deren Ergebnis Professor Kirchhofs auf dem letzten Kolmüal-Kongreß in einer bemerkenswerten Rede zusammenfaßte.

13. 8iw IKvm6 (portugiesisch).

Guelle.

Oikrio äi Aovsroo 1906.

Durch königliches Dekret vom 20. März 1906 ist eine Regierungsbahn von 60 em Spur und 40 Km Länge genehmigt. Am 5. Dezember 1906 war der definitve Bauplan bis Km 8,3 festgestellt. Der Bau soll binnen kurzem beginnen. Bis jetzt sind 3 929 900 Reis für Handwerkzeug, Materialien und eine Lokomotive ver­ausgabt. Die Insel mit einer Einwohnerzahl von 37 776 Einwohner hatte 1904 eine Einfuhr von 2,48 Millionen Milreis, eine Ausfuhr von 6,133 Millionen Milreis. Das Budget 1904/05 lautete im Anschlag: 686 800 Milreis Einnahmen, 426 841 Milreis Aus­gaben.

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13. Französisch-Kongo.

Guellen:

Lourrat a. a. O.

OsrvaiZ a. a. O.

Lmut-Körwain a. a. O.

3tati8tiquö8 Lolouialss. Nslun 1906.

Alouvvwent AsoArspKiqus (^aovier 1907 Xo. 2).

RouAst: I/sxpöusiou ovlonials au LonAo kranoais. 1906,

I. Entwickelung und Stand.

Der französische Kongo ist die einzige Besitzung Frankreichs in Afrika, in der sich noch keine Eisenbahn im Betrieb oder im Bau befindet. Sie ist auch nicht in die Organisation des Generalgouvernement von Westafrika inbegriffen, sondern hat eine besondere Verwaltung. (Vergl. Anlage 8.)

Indessen ist die Notwendigkeit eines Bahnbaues schon längst erkannt worden. Die Frage wurde schon sehr viel diskutiert, mehr vielleicht als in irgend einer anderen Kolonie. Seit 1890 sind verschiedene Projekte auf­geworfen und zum Teil auch schon genauer studiert worden, ohne daß es zu ihrer Ausführung gekommen wäre. Das ganz auffällige Zurückbleiben der wirtschaft­lichen Entwicklung des französischen Kongo hinter der des benachbarten belgischen Kongo, das von allen Sachver-

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