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Die Eisenbahnen Afrikas : Grundlagen und Gesichtspunkte für eine koloniale Eisenbahnpolitik in Afrika
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Jedoch hat die Tonnenzahl 1905 zugenommen, was darauf schließen läßt, daß Preisrückgänge der Ausfuhrprodukte im Spiel sind.

Die Tonnenzahl betrug nämlich:

1904 ....... 58 102

1905 ....... 58 309.

Der Senatsbericht bemerkt zu diesen Zahlen für 1905, die Lage der Kolonie sei keineswegs beunruhigend. Die Abnahme der Einfuhr und der Ausfuhr gegenüber dem Vorjahr (das übrigens einen besonders hohen Record gezeigt hatte) erkläre sich aus zwei Gründen: einmal aus der Mißernte in Palmöl, welche die Elfenbeinküste wie überhaupt die Guineaküste in diesem Jahre wieder ge­troffen habe' sodann aus dem Umstand, daß die Ein­geborenen, die bei den zahlreichen, neuaufgenommenen öffentlichen Arbeiten Beschäftigung fanden, sich vorüber­gehend wenigermit der Kautschukgewinnung abgeben konnten.

Die neuesten Berichte über die wirtschaftliche Lage der Kolonie lauten sehr günstig. 1^9. Hnm23.iii6 Oolonialö schreibt am 25. Oktober 1906: Der Aufschwung im Handel ist dieses Jahr besonders bedeutend. Nachdem die Hafen­anlage von Bassan ausgebaut worden ist, hat die Aus­beutung der reichen Mahagonibestände großen Umfang angenommen. Auch der Bahnbau wird in beschleunigtem Tempo befördert und die ersten Betriebsergebnisse ver­sprechen gute zu werden. Im Innern wurde mit An­pflanzung von Kautschuk im großen begonnen.

VI. Strategisch-politische Kedentnng.

Die Bahn wird, zumal nach ihrer späteren Fort­führung bis an den Niger, ein mächtiges Glied in dem großen System von Verkehrsstraßen bilden, mit dem die Franzosen das Innere Westafrikas zu erschließen und ihrem Einfluß zu unterwerfen, an der Arbeit sind.

VII. Projekte. Genaues ist über die fernere Route der Bahu noch nicht bekannt' doch sind, wie bereits erwähnt, 22 Millionen Fr. für den Weiterbau bewilligt,' diese Summe wird voraus­sichtlich zum Bau der nächsten 250 Km reichen. Die spätere Durchführung bis an den Niger war von Anfang an ins Auge gefaßt uud ist zweifellos nur eine Frage der Zeit.

7. Goldküste.

Guellrn.

?avsrs rsIktmA to tos Lonstruetion ol Railna^s in Zierrs, I^sons, I^ÄAos aucl tbs 6o1ä Ooast. Dezember 1904. London. (Amtlicher Parlamentsbericht.)

Oolorual Rsvorts ^imual.

Ltatistioal ^bstraet kor tbs ssvsral Rritisb Ooloniss sts. 1891 bis

1905. (Englisches Blaubuch 1906.) ?roosoäillA8 ok tbs Ro^al Ovlomal Instituts 1903/04. Nsvus oolouisls 1905/1906.

I. Entwickelung und Stand.

Da die Goldcoast-Kolonie sich in einer wirtschaftlichen Krisis befand und noch dazu stets von den kriegerischen Aschanti im Norden beunruhigt wurde, so beschloß sie, die kulturelle Hebung und die Beruhigung des Landes durch den Bau einer Bahn von dem Hafen Sekondi nach der Aschantihauptstadt Kumasi zu fördern.

Im Jahre 1898 begann man den Bau, der zeitweise sehr unter dem Arbeitermangel litt, und im Mai 1901 erreichten die Schienen einen vorläufigen Endpunkt in Takwa im Minenbezirk (40 miws 64 Km). Man setzte aber die Arbeiten bald fort und erreichte Kumasi im September 1903 (SekondiKumasi rund 170 milss ^ 274 Km).

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