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Die Eisenbahnen Afrikas : Grundlagen und Gesichtspunkte für eine koloniale Eisenbahnpolitik in Afrika
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Im ^ahre l.905 vereinnahmte die Bahn für Be­förderung von

Passagieren.......14 139

Gütern........13 153 -

Regierungstrausporten ... 6 462 Eisenbahnbaumaterialtransport 4 936 - Landeserzeugnissen . . . . 17 596 - usw. Die günstigen wirtschaftlichen Wirkungen der Bahu sind unverkennbar. Es werden nun zunächst von der Bahn aus breite Wege in das Innere des Landes gebaut, so auch vou Baiima aus vorläufig als Fortsetzung der Bahn bis fast an die liberianische Grenze. Die Wege und Brücken sind für die schwersten Fahrzeuge berechnet. Dieses Zuführungssystem soll sich bis jetzt gut bewährt habeu, besonders in der palmenreichen Gegend von Baiima. Auch wird damit gerechnet, daß die Bahn, die sich der Grenze von Liberia bis auf 15 Km nähert, einen großen Teil des Liberiahandels an sich zieht.

VI. Strategisch-pslitische Keoeutimg.

Eine besondere politische Bedeutung hat die Bahu uicht, militärische nur insofern, als sie bei etwaigen Auf­ständen durch Ermöglichung eines schnellen Truppen­transportes nach den: Kriegsschauplatz eiue schnellere Unterdrückung der Unruhen gestattet.

VII. Projekte.

Neue Bahnbauten sind, wie schon oben erwähnt, zur­zeit nicht vorgesehen. Zwei früher geplante Linien nach dem Norden und Nordosten der Kolonie sind jedoch der Vollständigkeit halber auf der Karte verzeichnet.

5. Liberia.

Liberia hat noch keine Eisenbahnen. Ein Einblick in die Verkehrsverhältnisse der Negerrepublik Liberia ergibt sich aus der Jahresbotschaft des derzeitigen Präsidenten an den Senat vom 11. Dezember 1906. Er sagt über neue Mittel und Wege des Handels ungefähr folgendes:

Der Handel, der von den liberischen Häfen in eine Zone, sagen wir von 50 englischen Meilen von der Küste aus in das Land führt, ist sehr gering. Über diese Zone hinaus machen die Transportkosten mit Ausnahme von Kautschuk und Elfenbein jeden Handel unmöglich. Liberia ist auf dem besten Wege, von Eisenbahnen und zwar eng­lischen und französichen umgeben zu seiu, die den Handel über die Grenze aus einer Entfernung von 4050 eng­lischen Meilen an sich ziehen. Dieser Handel geht dann natürlich auch nach deren Häfen und muß notwendiger­weise die Einnahmen der Kolonien Sierra Leone und Goldküste zum Nachteil von Liberia in finanzieller wie politischer Hinsicht steigern. Die Einnahmen, die der Re­gierung zur Verfügung stehen, erlauben naturgemäß augen­blicklich nicht, für diesen Zweck Eisenbahnen zu bauen oder das nötige Kapital zu erhalten. Für zwei bis drei Eisen­bahnen, für die in den letzten dreißig Jahren Konzessionen erteilt waren, haben sich keine Kapitalisten gefunden, um diese Projekte aufzunehmen. Es war das eine Folge davon, daß die Einnahmen der Republik nicht hinreichend erschienen, um die Zinsen zu garantieren. Die Erfolge, die eine Einführung von Automobilen oder Dampfwagen erwarten läßt, scheinen der Regierung jedoch eine Lösung dieser Schwierigkeit zu bieten. Ein Dampfwagen kann auf den gewöhnlichen für andere Wagen benutzbaren Straßen fahren. Eine englische Bahnmile kostet in Afrika etwa 3040 000 H. Eine englische Meile einer Straße,