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französischen Haudelsstatioueu sich allmählich zu einem großen geschlossenen Kolonialbesitz entwickelten, ist im Kapitel Frauzösisch-Westafrika geschildert U'orden, und was die
Verwaltung aubelaugt, so zerfällt das weite Gebiet Senegal-Sudau heute in folgende Teile:
1. die vier als Gemeinden konstituierten Plätze: St. Louis, die Hauptstadt, mit 20000, Goree mit 2000, Dakar mit 9000 uud Rufisque mit 8000 Eiuwohueru.
2. die siebeu uutcr direkter französischer Verwaltung stehenden und im Generalrat vertreteueu Kreise Koedi, Podor, Dagaua, St. Louis, Dakar-Thies, Siue-Salum uud Casamance mit im Ganzen 67000 Einwohnern.
3. die Territorien mit Eiugeboreueu-Verwaltung, aber uuter direktem, in Verträgen festgelegten frauzösischeu Protektorat, zahlreiche Landschaften mit rnnd 950000 Bewohnern umfassend.
4. die Maureustämme am rechten Senegaluser bis zum Kap Blaueo, uuter auerkauntem französischen politischen Protektorat stehend uud etwa 80000 Seeleu zähleud.
Diese vier Teile mit wenig über 1 Million Einwohner bilden die alte, im Osten bis an den Faleme reichende Kolonie Seuegal, zu welcher durch die Aufteilung des französischen Sudaus am 17. Oktober 5 899 noch folgende Bezirke traten:
5. die elf Kreise des „Obereu Seuegal" und „Mittleren Niger", zwei Zivilbezirke, deren Lokalverwaltuug einem in Kayes residierenden nnd direkt dem Generalgouveruenr in St. Lonis unterstellten Delegierten desselben übertragen ist. Der vonseil göneral übt seiue Mitwirkung in diesem Hiuter- laude uicht aus, dagegen hat der Generalgouverneur, um den Haudel des Gebiets zu heben, im Februar 1900 für hier eiu besonderes beratendes Handelskomitee eiugesetzt, das sich aus 4 srauzösischeu uud 3 einheimischen Händlern in Kayes uud Mediue zusammensetzt. Diese beiden Zivilbezirke haben mit deu drei, sofort zu erwähuendeu Militärbezirken zusammen, ein gemeinsames, besonderes Bndget.
6. drei Militärbezirke uuter Befehl vou drei direkt dem General- gouverueur vou Westafrika uutersteheudeu höhereu Militärs, uämlich zunächst die 2 im Jahre 1899 vom „Sudau" abgegliedertem
i^. die „Nord- uud Nordost-Regiou des Frauzösischeu Sudau", welche Timbuktu, Sompi, Baudiagara, Gudam, Dori nnd Wahiguia umfaßt, uud dereu Besatzuug die Länder am Nigerbogeu gegeu die Einfälle der Tnaregs uud anderer räuberischer Stämme schützen soll;
b. die „Volta-Region" mit deu Bezirken San, Wagadugu, Leo, Kuri, Sikasso (Tiebas Reich), Bobo-Diulasso, Dschibugu uud Kutiaka. Ferner:
c>. das erst am 20. Dezember 1900 geschaffene dritte Militär-Territoriinu znnscheu Niger uud Tsadfee mit dem Hauptort Ziuder, desseu Lokal-