Senegal
Bis zum Jahre 1891 faßte man unter dem Namen „Senegal" sämtliche französische Besitzungen zwischen dem Kap Blaneo und der Nordgreuze Sierra Leoues zusammen, seitdem man aber von der ältesten westafrikanischen Kolonie Frankreichs die „Kiviöres äu 8nä" als Französisch-Guinea abtrennte, bilden das etwas uördlich von der Mündung des Cacheo liegende Kap Roxo uud Portngiesisch- Guiitea die Südgrenze der Kolonie Senegal, welche dnrch die englische Enklave Gambia aber uoch immer iu zwei Teile zerfällt, in das nördliche eigentliche Senegal- und in das südliche CasamamM-Gebiet. Die bei Kap Blaueo begiuueude Nordgreuze ist mit Spanien durch den Vertrag vom 27. Juni 1900 vereinbart worden. Die Ostgrenze gegen den Französischen Sudan bildete früher eiue Liuie, welche den Senegal zwischen Matam und Bakel schnitt; durch das Dekret vom 17. Oktober 1899, welches den Französischen Sndan aufteilte, wurdeu aber auch die 11 Kreise Kayes, Bafulabe, Kita, Satadugu, Bammako, Segu, Dscheuue, )!ioro, Gumbu, Sokolo und Bonguni dem Senegal angegliedert.
Das Gebiet zwischen Kap Blaneo und dem Gambia ist sandig uud seine geringe Vegetation weit vou tropischer Üppigkeit entfernt; weiter nach Süden zn aber wird das Land fruchtbarer, der feuchte Humusboden an der Gambia- Mündung ist mit Bauaueudickichteu geschmückt, und die Ufer des Casamcmce weisen eiue reiche und schöne Vegetation ans. Das ganze Binnenland ist Bergland, das gegen den Niger hin schroff abfällt uud im Südosten an das wohtbewäsferte Hochland von Fnta Dschallon stößt, welches Gipfel von 1500 in Höhe ausweist. Savauueu wechseln mit verhältnismäßig eingeschränkten! Waldgebiet ab.
Der Hauptfluß des Gebiets uud sein einziger natürlicher Wasserweg ist der 1700 1<m lange, im Fnta Dschallon entspringende Senegal. Von seinen drei Hanvtqnellarmen vereinigen sich Bachoy und Bafiug bei Bafulabe (135 in ü. M.), während der nur iu der Regenzeit schiffbare Faleme, welcher das trügerische Goldland Bambuk entwässert, erst oberhalb Bakel zufließt. Zwischen Bafnlabe und Medine liegen die bis zn 17 m hohen Fälle des Senegal, welche seiner Schiffbarkeit ein Ziel stecken. Der Unterlauf des Seuegal ist reich au Nebenarmen uud Lateralseen uud alle vier Jahre etwa besonders großen Überschwemmungen ausgesetzt. Das Delta besteht aus eiuem 1500 hlcm großen Gewirr von Inseln, Wasserlüufen und Sümpfen uud ist seewärts dnrch eiue höchst regelmäßige, dünenbesetzte Nehrung abgeschlossen. Die Hauptmündnng selbst ist wechselnd, bald näher St. Lonis, bald entfernter. Die Einfahrt in den Senegal vom Meere her ist infolge süchterlicher Brandung nnd einer je nach Jahreszeit 2.^—4 m tiefen Barre so schwierig, daß Schiffe oft monatelang darauf zu warten