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West-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
Seite
96
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Iranzösisch Westafrika.

Es scheint sicher, daß die Franzosen die ersten Europäer waren, welche zwischen der Mündung des Senegal und der Goldküste Handel trieben und dort auch Faktoreieu errichteten; die unternehmenden Schiffer aus Dieppe landeten an­geblich schon im Jahre 1339 mit 3 Schiffen an der Liberia-Küste, 1367 gründeten Diepper hier zwei Handelskontore, Petit Dieppe und Petit Paris genannt, welche aber schou 1413 wieder aufgegeben wurdeu, und auch vou Faktoreieu iu Elmina, Cormantine uud Ncera au der Goldküste wird uns berichtet, welche Kaufleute aus Dieppe uud Roueu um die Mitte des 14. Jahrhunderts errichtetem Im Jahre 1402 finden wir den normannischen Edelmann Johann von Bethencourt als Eroberer auf deu Kauarischeu Inseln. Aber die iuuereu Wirreu iu Frank­reich, Kriege mit England und mit Bnrgnnd nnd die damit znsammenhängende Verarmung des Laudes ließen die Fortführung überseeischer Unternehmungen zeitweilig als uugeeiguet erscheiueu, uud als unter Louis XI. wieder Frieden und Wohlstand in Frankreich einkehrten, hatten sich inzwischen die Portugiesen der ehemaligen französischen Niederlassungen in Westafrika bemächtigt und auch Holland war als kräftiger Rivale iu Westafrika aufgetreten, nicht nnr an der Goldküste, sondern mich an der Nordwestecke des Kontinents, wo es Forts auf den Inseln Arguin und Gorse besaß.

Zunächst war Frankreich in Westafrika nunmehr durch Freibeuter vertreten, welche im Jahre 1567 z. B. die portugiesische Insel S. Thomö überfielen. Bonden Portugiesen aus Guiuea vertrieben, hatten sich die Händler ans Ronen vom Jahre 1582 ab zu einer Gesellschaft zusammengeschlossen uud die Insel S. Louis besetzt uud befestigt, während eiu Versuch, im Jahre 1612 eine französische Niederlassung am Gambia zu gründeu, gescheitert war. Bald darauf aber begauu man ein anderes System einzuführen.

Nach englischem Borbilde wurde der französische Handel in westafrikani­schen Gewässern zwischen den Jahren 1626 und 1758 als Monopol seitens vom Staate privilegierter großer Gesellschaften betrieben, welche hier gegen Waffen, Pnlver, Glaswaren, Gewebe und Kurzwaren, besonders aber gegen Salz, Knpfer- uud Eisenbarreu, Gummi, Elfeubeiu, Goldstaub uud Sklaveu eintauschten und zwar entwickelte sich dieser Handel zunächst als Schiffshandel.

Die Bediuguugeu, unter denen dieser Kolonialhandel bis zum Ansgang des 18. Jahrhunderts stattfand, trugen die Devise:Alle europäischen Waren vom Mutterland, alte afrikanischen Produkte uach dem Mutterland, die gesamte