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Unser Vetter Tartuffe oder Wie England seine Kolonien "erwarb" / Richard Hennig
Entstehung
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Vorwort.

Wenn nicht alles täuscht, wird man dereinst in England vom Jahre 1914 an den Niedergang der britischen Weltmacht datieren. Der wahnwitzige Weltkrieg, in den gewisse britische Politiker, im Bunde mit derApres nous le deluge"-Politik hab­gieriger russischer Kriegshetzer, den Erdteil Europa und sogar andre Kontinente hineingerissen haben, hat Englands militärische und wirtschaftliche Schwächen in bedenklicher Weise enthüllt, und die Rückwirkung der zutage tretenden Blößen auf die Welt da draußen wird sich bald genug dem Inselvolk in erschreckendster Weise offenbar machen, so daß England vielleicht schon in wenigen Jahren dem 4. August 1914, dem Tage, an dem man dem stamm­verwandten Deutschland leichtfertig und voreilig den Fehdehand­schuh hingeworfen hat, fluchen wird. Das englische Landheer hat in dem riesengewaltigen Ringen zwischen Deutschland und Frank­reich keine bedeutende Rolle gespielt.

Die ungeheure englische Flotte aber, die seit Jahrzehnten, dank der Zahl ihrer Schiffe, die Welt in Bann und Gehorsam hielt, sie hat sich, wie so manches andre in den hinter uns liegenden großen Tagen als einKoloß auf tönernen Füßen" erwiesen. Selbst wenn ihr im weiteren Verlauf des Krieges noch das Un­wahrscheinliche gelingen sollte, die längst auf den Kampf begierige deutsche Flotte ganz zu vernichten, wird der Makel nicht mehr von ihr gewaschen werden, den sie durch ihrevorsichtige" Zurück­haltung in den ersten Wochen, durch ihre Unfähigkeit, Angriffe deutscher Schiffe auf die englischen Gewässer und sogar auf die Themsemündung selbst abzuwehren, und vor allem durch ihre nur gegen harmlose Handelsschiffe und gegen Fischerboote ver­übten Heldentaten auf sich geladen hat. Mit einem Schlage er­kennt man, daß England nur in Worten und Drohungen und in Gewalttaten gegen Wehrlose groß war, daß der englische Bullen­beißer aber dort, wo er zu offenem Kampf antreten soll, den Schwanz einzieht und sich mit einigen wütenden Kläfftönen be­gnügt. Mit einem Male durchschaut man die ganze Phantom-