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Peter Moors Fahrt nach Südwest : ein Feldzugsbericht / von Gustav Frenssen
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aber mit keinem Gedanken daran, daß es eine ernste Sache werden könnte. Am Tage nach Neujahr ging ich wieder nach Kiel in den Dienst.

Vierzehn Tage später, am Abend des 14. Januar, ging ich mit Behrens und einem andern Kameraden durch die Dänische Straße; da kam Gehlsen uns ent­gegen, der nun wirklich als Einjähriger diente und bei meiner Kompanie stand, und sagte zu mir:Hast Du schon gelesen?" Ich sagte:Was denn?" Er sagte: In Südwestafrika haben die Schwarzen feige und hinterrücks alle Farmer ermordet, samt Frauen und Kindern." Ich weiß ganz gut in der Erdkunde Be­scheid ; aber ich war erst doch ganz verwirrt und sagte: Sind diese Ermordeten deutsche Menschen?"Na­türlich," sagte er:Schlesier und Bayern und aus allen andern deutschen Stämmen, und auch drei oder vier Holsteiner. Und nun, was meinst Du, wir vom Seebataillon . . ." Da erkannte ich plötzlich in seinen Augen, was er sagen wollte.Wir müssen hin!" sagte ich. Er hob die Schultern:Wer sonst?" sagte er. Da schwieg ich eine kurze Weile; es ging mir sehr viel durch den Kopf. Dann war ich damit fertig und sagte:Na, denn man zu!" Und ich freute mich. Und ich sah im Weitergehn die Leute an, die des Weges kamen, ob sie vielleicht schon wüßten und uns anmerkten, daß wir nach Südwest gingen, um an einem wilden Heidenvolk vergossenes deutsches Blut zu rächen.