Geleit.
Verfasser bekennt sich schämig zu jenen echten Deutschen, von denen Bismarck schon 1863 spottend sagte: „Die Neigung, sich für fremde Nationalitäten und Nationalbestrebungen zu begeistern, lauch dann, wenn dieselben nur auf Kosten des eignen Vaterlandes verwirklicht werden können,^ ist eine politische Krankheitsform, deren geographische Verbreitung sich auf Deutschland leider beschränkt."
Meine Neigung gehörte von Jugend an den Osmanen, und als überzeugter Anhänger der Damaskus-Politik Wilhelms II. hatte ich ein gutes Genüssen gegenüber dem obigen vernichtenden „auch dann, wenn" des ersten Kanzlers. Selbst bei dem Rückschläge in den deutsch-türkischen Beziehungen während der ersten jungtürkischen Revolutionsjahre habe ich nie daran gezweifelt, daß Marschall v. Biebersteins stetige türkenfreundliche Politik sich trotz aller westmächtlicher Jntrigen und Verfehmungen bei den neuen Machthabern am Goldnen Horn das gleiche Vertrauen erwerben würde wie bei den alten. Nun hat sich die viel bespöttelte deutsch-türkische Freundschaft zur Waffenbrüderschaft verdichtet und wird dereinst vielleicht zum festen Bündnis. Und dem deutschen Schulmann fällt nunmehr, wie ehedem dem deutschen Offizier im türkischen Heere, die Aufgabe zu, an der Verjüngung des osmanischen Staatswesens hervorragenden Anteil zu nehmen. Er wird nur dann segensreich wirken, wenn er als wohlwollender uneigennütziger Freund kommt, behaftet mit der oben von Vismarck gekennzeichneten deutschen Nationalkrankheit, die in diesem Falle zur Tugend wird, nämlich zum Mittel, das Vertrauen des Orientalen zu gewinnen. Das Bismarcksche „auch dann, wenn" braucht ihn nicht zu schrecken, denn seine Arbeit geht nicht auf Kosten, sondern zu Nutzen des eigenen Vaterlandes, seit-
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