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die dort liegenden Stationen wirtschaftlich zu unbedeutend sind, um einen besonderen lokalen Betrieb zu rechtfertigen. Der Umbau der oberen Strecke in Kapspur erfolgt gemeinsam mit dem Vorbau der Nord-Südbahn von Windhuk aus und von demselben Unternehmer, da das am zweckmäßigsten ist. Die Kosten sind auf ca. 11 Mill. Mk. veranschlagt; die Arbeiten gehen so vor sich, daß man zunächst das Gleis mit einer der Kapspur entsprechenden dritten Schiene versieht, wobei gleichzeitig die erforderlichen Linienverbesserungen ausgeführt Averden. Später wird dann die mittlere Schiene entfernt und die Kapspur völlig hergestellt. Die zur Verwendung kommende Schiene ist die der Lüderitzbuchtbalm mit einem Metergewicht von 20 kg. Es sollen auf der Strecke schwere 4/5 gekuppelte Lokomotiven mit separatem Tender, ähnlich der Südbahntype, sowie Wagen von 10 t Ladegewicht verkehren. Dieses rollende Material wird gleichfalls von einer deutschen Firma, der Orenstein & Koppel- Arthur Koppel A.-G., Berlin, geliefert.
Diesen Umbau wie die Neubaustrecke Windhuk bis in die Nähe von Kub (ca. 200 km) führt das Bau- und Betriebskonsortium Bachstein-Koppel aus. Von Keetmanshoop bis in die Nähe von Kub arbeitet gleichzeitig die Deutsche Kolonialeisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft, Man hat die kürzeste Trasse Windhuk— Aris durch das Auasgebirge gewählt (ca. 528 km), und die Linienführung ist durchweg festgelegt bis auf den Vereinigungspunkt der nördlichen und südlichen Vorbaustrecke. Es ist überall Adhäsionsbahn vorgesehen. Für die Ausführrichtung ist eine Steigung von nicht über 15 °/ 00 und für die Strecke Windhuk— Auas—Aris als größte Steigung 29 °/oo — 1 : 34V 2 beabsichtigt. Die Kosten sind auf ca. 40 Mill. Mk. veranschlagt. Eine genaue zahlenmäßige Rentabilitätsberechnung läßt sich bei Kolonialbahnen im voraus fast nie anstellen. Abgesehen von den schon erwähnten Ersparnissen, die auf militärischem und administrativem Gebiet der Bahn zu verdanken sein werden, ist in Betracht zu ziehen, daß sie die Verbindung herstellt zwischen dem durch die Otavi-Bahn erschlossenen Nordgebiet, das zur Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte geeignet ist, und dem Süden, der vorwiegend auf Viehzucht angewiesen ist und seinen sonstigen