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Die Eisenbahnen Deutsch-Südwestafrikas und ihre Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonie / von Erich Quiring
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die dort liegenden Stationen wirtschaftlich zu unbedeutend sind, um einen besonderen lokalen Betrieb zu rechtfertigen. Der Um­bau der oberen Strecke in Kapspur erfolgt gemeinsam mit dem Vorbau der Nord-Südbahn von Windhuk aus und von demselben Unternehmer, da das am zweckmäßigsten ist. Die Kosten sind auf ca. 11 Mill. Mk. veranschlagt; die Arbeiten gehen so vor sich, daß man zunächst das Gleis mit einer der Kapspur entsprechen­den dritten Schiene versieht, wobei gleichzeitig die erforder­lichen Linienverbesserungen ausgeführt Averden. Später wird dann die mittlere Schiene entfernt und die Kapspur völlig her­gestellt. Die zur Verwendung kommende Schiene ist die der Lüderitzbuchtbalm mit einem Metergewicht von 20 kg. Es sollen auf der Strecke schwere 4/5 gekuppelte Lokomotiven mit separatem Tender, ähnlich der Südbahntype, sowie Wagen von 10 t Lade­gewicht verkehren. Dieses rollende Material wird gleichfalls von einer deutschen Firma, der Orenstein & Koppel- Arthur Koppel A.-G., Berlin, geliefert.

Diesen Umbau wie die Neubaustrecke Windhuk bis in die Nähe von Kub (ca. 200 km) führt das Bau- und Betriebskonsortium Bachstein-Koppel aus. Von Keetmanshoop bis in die Nähe von Kub arbeitet gleichzeitig die Deutsche Kolonialeisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft, Man hat die kürzeste Trasse Windhuk Aris durch das Auasgebirge gewählt (ca. 528 km), und die Linien­führung ist durchweg festgelegt bis auf den Vereinigungspunkt der nördlichen und südlichen Vorbaustrecke. Es ist überall Adhäsionsbahn vorgesehen. Für die Ausführrichtung ist eine Steigung von nicht über 15 °/ 00 und für die Strecke Windhuk AuasAris als größte Steigung 29 °/oo 1 : 34V 2 beabsichtigt. Die Kosten sind auf ca. 40 Mill. Mk. veranschlagt. Eine genaue zahlenmäßige Rentabilitätsberechnung läßt sich bei Kolonial­bahnen im voraus fast nie anstellen. Abgesehen von den schon erwähnten Ersparnissen, die auf militärischem und administra­tivem Gebiet der Bahn zu verdanken sein werden, ist in Be­tracht zu ziehen, daß sie die Verbindung herstellt zwischen dem durch die Otavi-Bahn erschlossenen Nordgebiet, das zur Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte geeignet ist, und dem Süden, der vorwiegend auf Viehzucht angewiesen ist und seinen sonstigen