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Auf Anordnung des Gouverneurs müssen Notstandstarife eingeführt werden, und ersetzt der Fiskus dann den Einnahmeausfall.
Die Otavi-Gesellschaft zahlt eine Übergangsabgabe, solange der Fiskus auf der Strecke Swakopmund—Jakalswater—Karibib keinen öffentlichen Durchgangsverkehr unterhält. Diese Abgabe soll für eiserne Gleis-, Weichen- und Brückenmaterialien ein Fünftel, im übrigen ein Drittel der Frachteinnahmen betragen und ist zunächst auf 300 000 Mk. pro Jahr veranschlagt. 1 )
Kein Tarif darf unter den durchschnittlichen Selbstkosten und Erneuerungsrücklagen angesetzt werden, so daß die Gesellschaft nicht einseitig ihre Güter bevorzugen kann, wenn sie die in der Damaralandkonzession vorgesehenen Tarifermäßigungen vornehmen muß. (Übersteigt der verteilbare Reinertrag 2 Jahre nacheinander 10°/ 0 für das in den Eisenbahnen angelegte Kapital, so muß auf Verlangen der Regierung eine Tarifänderung eintreten, und zwar in solchem Maße, bis der Reinertrag wieder auf 10% gegangen ist.)
Die Entwicklung der Bahn darf auch weiterhin zuversichtlich beurteilt werden. Schon jetzt, nach den ersten 3 Betriebsjahren, macht sicli ihr Einfluß auf das Wirschaftsieben der Gegend, die sie passiert, sichtbar geltend. Das nördliche Hereroland gilt als sehr geeignet zu Vieh- und teilweise zu Ackerwirtschaft. In Karibib soll an die Ausbeutung der Marmorlager gegangen werden, und die Afrika-Kolonial-Marmor-Gesellschaft hofft bald einen Jahresabsatz von 18 000 cbm = ca. 50 000 t zu haben. Diese Industrie bringt der Bahn natürlich auch durch die Einfuhr zahlreicher Bedarfsartikel Nutzen. Vor allem aber liefern die Bergwerke der Otavi-Gesellschaft selbst noch auf lange Jahre hinaus genügend Frachten für die Bahn, um sie in jeder Weise rentabel zu erhalten." 2 )
Auf der Staatsbahn soll die untere Strecke eingehen, da
') Aroh. f. Eisenbahnvv. 1910 S. 654. Geh. Oberbaurat Baltzer vom Reichskolonialamt erwähnt in seinem Vortrag vom 8. Oktober 1910 (S.7S4): „Seit dem 1. April 1910 hat die Bahn allein infolge der Zuleitung des Verkehrs der Staatsbahn eine Mehreinnahme von 314000 Mk. erzielt".
2 ) vgl. S. 52.