Druckschrift 
Handbuch der geographischen Ortsbestimmung für Geographen und Forschungsreisende / von Adolf Marcuse
Entstehung
Seite
274
Einzelbild herunterladen
 

274 Methoden zur geographischen Ortsbestimmung.

Aus dem somit vollständig durchgeführten Beispiel der Voraus­berechnung einer Sternbedeckung, welches als Muster für ähnliche Herleitungen dienen kann, geht also hervor, daß die Sternbedeckung von k Leonis am 4. April 1887 auf der Beobachtungsstation [<p == 20°,4, (A) = 22 h 27 ra ,3 östl. Greenwich] zu der mittleren Green- wicher Zeit 9 h 50 m (mittlere Ortszeit ll h 22 m ,7) begann und ent­sprechend 10' 1 50 m (mittlere Ortszeit 12 h 22 m ,7) beendet war. Die Positionswinkel für Eintritt und Austritt des Sternes Regulus am Mondrande betrugen 159° bzw. 249°.

Vergleicht man mit diesen nur genähert hergeleiteten Größen die aus der genauen Vorausberechnung nach den Besseischen Formeln resultierenden Werte, so findet man die Zeiten bis auf rund 30 s und die Positionswinkel innerhalb 1° übereinstimmend, also völlig genau genug.

2)*. Längenbestiminung aus Mondhöheii.

Im allgemeinen läßt sich aus einer zu beliebiger Zeit ge­messenen Zenitdistanz des Mondes bei gegebener Ortsbreite und Monddeklination der Stundenwinkel des Mondes in bekannter Weise (s. S. 191, Formel 52) berechnen. Aus diesem und der für die Beobachtung geltenden Orts-Sternzeit ®, welche mit einer genäherten Länge und anderweitig bestimmter Uhrkorrektion her­zuleiten ist, folgt die beobachtete Rektaszension des Mondes aus der gleichfalls bekannten Relation (s. S. 191, Formel 51):

a, . } West «l> = ®+h\ o s t

Vergleicht man nun die auf diese Weise gefundenen Rekt- aszensionen «j mit den entsprechenden, in der astronomischen Ephemeride fabulierten «j, so ergibt sich die Länge des Beob­achtungsortes gegen den Anfangsmeridian.

Da jedoch zur Ableitung der Orts-Sternzeit und zur Ent­nahme der Mondkoordinaten eine genäherte Länge des Beobach­tungsortes vorausgesetzt wird, kann die erste Berechnung von £j und & im allgemeinen nicht genau sein. Man muß deshalb mit dem in erster Näherung gefundenen X die ganze Rechnung wiederholen, um in zweiter Näherung eine genauere Länge zu finden. Anstatt nun auf diesem Wege allmählicher Approxima-