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Afrikanische Verkehrspolitik : unter Benutzung amtlichen und anderen Materials / von Arthur Dix
Entstehung
Seite
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Togo. Ähnliche Rücksichten wie in Kamerun walten hinsichtlich der

drohenden Verkehrsentziehung auch in Togo ob. Bei der schmalen Gestalt des zwischen zwei regsamen Nachbarn eingekeilten Schutz­gebiets verhindert jede Bahn in Togo, die von der Küste ins Innere führt, den seitlichen Abtransport der Landesprodukte nach dem Volta, der als Verkehrsstraße englisch ist, und der englischen Voltabahn einerseits sowie der Dahomeybahn andererseits. Die Bedeutung dieser Konkurrenz erhellt unter anderem aus einer Äußerung von französischer Seite. Nachdem Dahomey unterworfen worden, faßte der erste Gouverneur Ballot alsbald den Bau einer Bahn von der Küste ins Innere ins Auge. Nach seiner Ansichtkönnte nur ein Schienenweg, der das Land in der Richtung auf den Niger zu durchdringe, der neuen Kolonie einen raschen und wirksamen wirtschaftlichen Auf­schwung verleihen und dem französischen Handel in diesen Gegen­den ein Übergewicht verschaffen, das ihm sonst von den Engländern und den Deutschen sehr stark streitig gemacht worden wäre." Die Franzosen haben sich denn auch in Dahomey bald nach der Besitz­ergreifung an den Bau einer Eisenbahn ins Innere gemacht, die jetzt auf rund 250 km in Betrieb und etwa 450 km im Bau ist, im ganzen aber eine Länge von 700 km erreichen und bis zum Niger durch­geführt werden soll.

Der Volta ist nach den amtlichen Mitteilungen in seinem Unterlauf auf englischem Gebiet während der Regenzeit bis Kpong für Dampfer befahrbar, bis Kete-Kratschi mit Kanus, die auch den Otibis in die Höhe von Jendi hinauffahren könnten, wenn die vielen Windungen und der Gegenstrom diesen Kanu­verkehr bisher auch noch nicht zur Entwicklung haben kommen lassen. Die kleinen Küstenflüsse kommen für den Kanuverkehr kaum in Betracht, selbst der Haho ist in seinem jetzigen Zustand nur auf 12 km von seiner Mündung in den Togosee mit Booten befahr­bar, weiter hinauf sperren Baumwehre und die Äste der Uferbäume jeden Verkehr. Der die östliche Grenze bildende Monu gibt bis Togodo, im Verein mit der Küstenlagune, einen von Kanus viel be­nutzten Wasserweg ab.

Bisher haben wir in Togo nur eine kurze Küstenbahn und eine gleichfalls kurze Stichbahn ins Innere. Im Jahre 1898 wurde neben dem Bau einer Landungsbrücke in Lome der einer Bahn von Lome nach Anecho in Aussicht genommen. Begonnen wurde mit dem Bau der Bahn erst Anfang März 1904, die Verzögerung beruht darauf, daß die Fertigstellung der Landungsbrücke abgewartet werden mußte, um das außerordentlich schwierige und verlustreiche Löschen durch