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wäre als die Zentralbahn. Fuchs bezeichnet es als direkt unbegreiflich, daß diese äußerst günstigen Verhältnisse bisher weder von privater noch von Regierungsseite ausgenutzt wurden. Der vor Jahren auf den Fluß gebrachte Heckraddampfer „Ulanga" mußte seine Fahrten nach kurzer Zeit einstellen, weil er für die unzähligen scharfen Krümmungen zu lang war. Erst im August dieses Jahres kam aus Deutsch-Ostafrika die erfreuliche Meldung, daß die Kommunalverwaltung Mohorro einen Heckraddampfer für den Rufiji in Auftrag gegeben hat.
Zum kleinen Teil schiffbar ist der bei Bagamojo mündende Kingani, den ungefähr an der Grenze seiner Schiffbarkeit die Eisenbahn Daressalam—Morogoro überschreitet. Im Norden der Kolonie ist der Pangani bis zu den Margaretenfällen (40 km) in seinem Unterlauf schiffbar. Die verschiedenen, zuletzt noch von der Firma Lenz & Co. gemachten Versuche, seinen Oberlauf als Verkehrsstraße von Korogwe nach dem Kilimandscharo nutzbar zu machen, haben leider kein greifbares Resultat gezeitigt.
Deutsch-Südwestafrika entbehrt der nach seiner eigenen Küste Westafrika, gerichteten schiffbaren Flüsse; nur der entlegene Caprivizipfel grenzt an einen schiffbaren Teil des nach Osten gerichteten Sambesi. Der das Schutzgebiet im Süden begrenzende Oranjefluß ist bis an sein nördliches Ufer englisch und übrigens auch nicht schiffbar, ebensowenig wie der im Schutzgebiet selbst liegende Kunene.
In den nichtdeutschen Kolonien Westafrikas sind im wesent- Engiiscn- lichen die folgenden Verbindungen zwischen Binnenschiffahrt und Konkurrenz 6 Eisenbahnbau zu verzeichnen: Der Beginn einer Verbindung des Haupthafens im französischen Senegalgebiet mit dem Oberlauf des Stromes und gleichzeitig Flußregulierungen im Senegal selbst. Eine Eisenbahnverbindung des oberen Senegal mit dem oberen Niger ist bereits im Jahre 1881 begonnen worden, aber nur außerordentlich langsam fortgeschritten. Erst Ende 1904 wurde die über 550 km lange Strecke fertig. Noch weiter Niger-aufwärts soll die Eisenbahn münden, die gegenwärtig in Französisch-Quinea von der Küste aus im Bau ist und die man im Jahre 1910 fertigzustellen hofft. Von ihrem Endpunkt bis zu dem Endpunkt der eben erwähnten Senegalbahn ist der Niger schiffbar. Das Schlußstück der Senegalbahn bildet zugleich eine Umgehung von Stromschnellen des Niger und die Verbindung mit dem weiteren schiffbaren Hauptteil seines Mittellaufes.
Weiterhin streben dann von Süden her Eisenbahnprojekte und fertige Eisenbahnen dem Mittellauf des Niger entgegen. Von der