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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
Entstehung
Seite
77
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Die Vegetationsverhältnisse Südafrikas.jj

Steppenbäume setzen einen lichten bis dichten Busch und Busch­wald zusammen. Grasflächen treten zwar oft genug auf, beherrschen aber selten auf weite Strecken hin das Land. Im mittleren Trans­vaal und Betschuanenland, in der Süd- und Mittelkalahari und im Südwestafrikanischen Hochlande ist diese Vegetationsformation ent­wickelt. Im einzelnen ließe sich dieses große Gebiet noch gliedern. Besonders muß auffallen, daß alle diejenigen Gebiete, in denen das Gestein und seine Verwitterungsprodukte zutage treten, eine üppigere und vor allem reichhaltigere, aber nicht so dichte Vege­tation aufweisen als die öden Sandflächen der Kalahari selbst. In dem tiefsten Sande halten schließlich nur noch wenige Bäume und Sträucher aus, wie z. B. Terminalia sericea, Burkea afrikana, Dichrostachys nutans, Bauhinea esculenta, Erythrina u. a. Zwar kommen die genannten Bäume und Sträucher allesamt auch in den Gesteinsfeldern vor, allein neben ihnen treten noch viele andere, zum Teil mächtig entwickelte Bäume auf, so besonders zahlreich Akazien, das mächtige Combretum primigenium, Terminalia pru- noides, im Norden auch Copaifera mopane.

Nach Norden hin geht die Flora der Kalahariformation all­mählich in die tropische Adansonia-Savannenregion über, indem der Baumwuchs üppiger wird, neue tropische Arten, wie Hyphaene, Baobab, Parinarium u. a. auftreten, während die trockenen Steppen­bäume allmählich verschwinden.

Da, wo fließendes Wasser das ganze Jahr hindurch die Fluß­betten erfüllt, entwickelt sich eine reichere tropische Vegetation, die am Ufer entlang hohe, dichte dunkle Wälder von tropischem Wuchs bildet. So ist z. B. das Okawangosumptland und der Botletle- fluß, die sich in das öde Sandfeld der Kalahari hineinziehen, von einer üppigen Sumpf- und Grundwasservegetation begleitet. Am Limpopo ist Combretum riparium ganz besonders charakteristisch.

e) Die Namibregion.

Die schmale Küstenwüste an der Westküste, wo sich die altertümliche Wüstenflora erhalten hat, muß als eine besondere Region trotz ihrer Kleinheit aufgefaßt werden. Neben der alten Flora sind auch zahlreiche Arten aus der afrikanischen Flora ein­gewandert, wie z. B. Euphorbien und viele andere Büsche. Ein großer Teil dieser Region ist nahezu vegetationslos und wird von Sanddünen undFelswüsten eingenommen. An anderen Stellen, nament­lich gegen die Steppe hin, ist die Vegetation wieder reichlicher und selbst in dem regenärmsten Teile der Küste ist die Vegetation