VII. Kapitel.
Ist auch vorläufig noch vieles sehr hypothetisch und unklar, so ist die interessante Tatsache festzustellen, daß sowohl in den Stufenländern, die sich zur Küste senken, als auch auf dem höchsten Kamm der Randgebirge und in Senkungen und Becken des Plateaurandes und der inneren Hochfläche vulkanische Gesteine von relativ jungem Alter auftreten, und die einfachste Erklärung dieser Verhältnisse ist wohl die, daß die vulkanischen Ergüsse mit den Randbrüchen an der Küste und Einbrüchen im Innern zusammenhängen.
Nachdem Südafrika im wesentlichen seine heutige Form erlangt hatte, lagerten sich marine Ablagerungen an, von denen wir vom Neokom ab an einzelnen Stellen Reste nachweisen können. Das Meer ist seitdem nirgends in das Innere Südafrikas eingedrungen.
Nach Anlagerung der Unteren Kreide an den Sockel kam es nochmals zu Abbrüchen und vulkanischen Ergüssen, was der Zuurberg-Bruch beweist. Ob es auch an anderen Stellen der Stufenländer zu Verwerfungen kam, ist unbekannt. Seitdem sind wiederholt Hebungen und Senkungen eingetreten, namentlich in relativ junger Zeit, wie Strandterrassen und jungmarine Ablagerungen, ferner die Lagerung und die Höhenverhältnisse der Oberen Kreide beweisen.
VII. Kapitel.
Die Vegetationsverhältnisse Südafrikas.
Nach zwei Richtungen hin muß die Vegetation eines jeden Landes betrachtet werden (Karte i5), bezüglich ihrer verwandtschaftlichen Verhältnisse und bezüglich ihres Zusammentretens zu pflanzengeographischen Formationen.
Die verwandtschaftlichen Beziehungen. Drei verschiedene Pflanzengruppen kann man in Südafrika nach ihrer Verwandtschaft und Abstammung unterscheiden: eine herrschende Pflanzengruppe und die Reste von zwei verdrängten. Die herrschende ist die afrikanische Flora, die beiden verdrängten sind die Flora des südwestlichen Kaplandes und die der Namib.