Druckschrift 
Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
Entstehung
Seite
75
Einzelbild herunterladen
 

Die Vegetationsverhältnisse Südafrikas. 75

Vermutlich ist diese Formation abhängig von dem tiefen Kalahari- sande, der jenes Gebiet bedeckt und daher dürfte diese Unter­provinz mit der Nordkalahari zusammenfallen und da enden, wo der Sand aufhört und der Verwitterungsboden der Gesteine beginnt. Zu den wichtigsten Bäumen dieser Region gehört Berlinea Baumii, Parinariüm Mabula, Copaifera, Coleosperma u. a.

b) Die Tropenregion der Ostkiiste. (Englers Unterprovinz des süd- und südostafrikanischen Küstenlandes.)

Die hohe Temperatur und die bedeutenden Niederschläge gestatten die Entwicklung von Wäldern und Savannen von sub­tropisch-tropischem Habitus. Allein die in die Subtropen hin­reichende geographische Lage ist wohl die Ursache dafür, daß der Baobab hier nicht mehr auftritt und von den Palmen sich nur noch Phoenix reclinata hält. Im übrigen weist aber die Flora eine sehr bemerkenswerte Verwandtschaft mit der ostafrikanischen Flora auf, wie Engler noch jüngst betont hat.

c) Die immergrüne Busch- und Waldregion.

Diese Region, die ihrem Habitus nach durchaus der immer­grünen Busch- und Waldregion der Mittelmeerländer ähnelt, findet sich in dem Bereich der subtropischen AVinterregen. Man darf wohl annehmen, daß das Auftreten der Regen im Winter und die Trockenheit im heißen Sommer für die Entwicklung der immer­grünen Flora von entscheidender Bedeutung ist. Dieses Gebiet fällt zusammen mit der Region der Kapflora, ist also der Haupt­sache nach auf das Kapländische Faltengebirge beschränkt.

d) Die Steppenregionen der Hochfläche.

Der größte Teil der Hochfläche wird von einer Vegetation mit Steppencharakter bedeckt. Nicht überall besitzt diese Steppe das gleiche Ansehen, man kann vielmehr hauptsächlich drei ver­schiedene Formen unterscheiden.

Die Karrusteppe, welche die Hochflächen des Kaplandes, des Oranjefreistaates im südwestlichen Teil, in Westgrikwaland, und ferner auf weite Strecken im Groß-Namaland bedeckt, besteht aus niedrigen, kaum kniehohen Büschen, die auf dem harten stei­nigen oder staubigen Lehmboden gedeihen. Ausdauernde Kräuter und Büsche mit harten Stengeln und Zwiebelgewächse sind be­sonders charakteristisch, während Gräser beinahe fehlen. Bäume finden sich nur vereinzelt in den Flußbetten, wo der Boden etwas feuchter ist. Besonders tritt Acacia horrida in kümmerlichen