Die VegetationsVerhältnisse Südafrikas.
sonstigen altertümlichen Familien wären zu nennen die Restiaceen, Rutaceen, Bruniaceen, Peneaceen u. a.
c) Die Namibflora.
In der Namibwüste finden sich noch einzelne Arten einer anscheinend uralten Flora, von der sich nur noch wenige in die Jetztzeit hinübergerettet haben und die in dem nebelreichen, aber höchst regenarmen Wüstenstrich ihr Dasein fristen, um voraussichtlich im Laufe der Zeit auch hier zugrunde zu gehen. Das Merkwürdigste dieser Gewächse ist die Welwitschia mirabilis, eine höchst abenteuerlich aussehende Pflanze, die aus einem bis i m breitem, holzigen Stammstück nebst 1,40 m breiten und 1—1,50 m langen Blättern besteht. Gewöhnlich haftet sie mit einer Pfahlwurzel im Boden fest, zuweilen wird sie aber losgerissen und vom Winde dahingerollt. Dieses ganz isoliert dastehende Gewächs zeigt gewisse Beziehungen zu den Koniferen und zwar von der Gruppe der Gnetaceen. Aus dem Stamm kommen die männlichen resp. weiblichen Blüten heraus.
Eine andere höchst eigentümliche Pflanze, die zu den Cucurbitaceen gehört, ist dieNaras der Hottentotten, Acanthosicyos-horrida. Ihre mit langen Stacheln besetzten Früchte spielen im Haushalt der spärlichen Namibbewohner eine große Rolle, da sie ihnen das Wasser und Nahrung gleichzeitig bietet. In botanischer Beziehung steht diese Frucht recht isoliert da. In der Übergangsregion von der Namib nach der Steppe hin auf steinigem Boden wachsend, zum Teil polsterartig die Felsen bedeckend, finden wir eine Anzahl von altertümlichen Pflanzen, die zum Teil die Dickhäuter in der Pflanzenwelt mit Recht genannt worden sind. Zu erwähnen sind hier besonders Pachypodium, Sesamothamnus, Myrothamnus und Echinothamnus, z. B. Echinothamnus Pechueli. In der Namibflora hat sich anscheinend ein Rest einer uralten, vermutlich tertiären, vielleicht aber noch älteren Flora erhalten und interessanterweise finden wir Reste einer dem Habitus nach ähnlichen und ebenfalls außerordentlich isoliert stehenden Flora auf der Insel Sokotra. Auch dort existieren die „Dickhäuter des Pflanzenreichs"; und besonders wichtig ist der Umstand, daß man hier das vermutliche Alter dieser Flora etwas näher bestimmen kann. Denn seit dem Ende der Kreidezeit ist diese Insel vom afrikanischen Kontinent losgetrennt worden. Eozäne marine Ablagerungen umgeben nämlich dieses Felseneiland; also dürfte die Flora bereits aus der Kreidezeit stammen und vielleicht haben wir hier Reste