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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
Entstehung
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V. Kapitel.

nur die 5o100 F.-Stufe und zum Teil wohl die bis 460 F. hoch ansteigende Terrasse. Ungewiß bereits ist die Natur der 700 F.­Stufe und noch vielmehr die der übrigen. Es ist zweifelhaft, ob es sich um Abrasions- oder Denudationsflächen handelt.

IV. Die jüngeren Auflagerungen auf dem südafrikanischen Sockel.

Im Innern des südafrikanischen Beckens findet man eine ganze Anzahl von Formationen, die für den Charakter des Landes von außerordentlicher Bedeutung sind, indem auf ihnen in erster Linie der Charakter jener gewaltigen Steppen beruht, die den Namen Kalahari führen und den größten Teil des Beckens einnimmt. Diese Formation sei unter dem Namen Kalahariformation zusammengefaßt. In dem Burenhochland findet man andere Ab­lagerungen, die die oberflächlichen Schichten bilden und von relativ jungem Alter sein dürften.

1. Die Kalahariformation.

Die Kalaharischichten setzen sich aus Sandsteinen, Kalk­steinen und losen Sanden zusammen. Zu unterst liegt a) eine lücken­haft entwickelte Gruppe die Botletleschichten. Eingekieselte Sandsteine und verkieselte sandige Kalksteine setzen sie zusammen. Fossilien wurden bisher nicht gefunden. Die petrographische Beschaffenheit, namentlich aber die Art und Weise, wie sich diese Schichten auf dem G-rundgestein auflagern, spricht für eine Ent­stehung im trockenen Wüstenklima. Über den Botletleschichten lagert b) der Kalaharikalk, der eine weit größere Verbreitung besitzt. Er besteht aus relativ jungen Kalken und Kalksandsteinen die zum größten Teil Steppenschnecken, Zweischaler, die in Süß­oder Brakwasser leben können, und Brackwasserdiatomen enthalten. Genau läßt sich sein Alter nicht bestimmen; er könnte diluvial oder jungtertiär sein. Jedenfalls könnte er nicht älter sein als miocän. Als wasserführende Schichten sind diese Kalke von großer prak­tischer Bedeutung.

c) Der Kalaharisand ist die charakteristischste Formation. Mächtige rote und weiße Sandmassen bedecken den größten Teil der Kalaharisteppe und bedingen ihre physikalische Beschaffenheit. Sie dürften zum größten Teile Wüstenablagerungen aus alter Zeit sein, die aber z. T. von Flüssen in der Pluvialzeit umgelagert worden sind.