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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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Die geologischen Formationen. 5 g

Tertiär mit Foraminiferen, Fisch- und Säugetierresten ist kürzlich an der Küste von Sululand gefunden worden. Allein die Säuge­tierfauna Flußpferd, Elefant, Büffel, Antilopen gleicht so völlig der heutigen afrikanischen Fauna, daß die Schichten höch­stens dem obersten Pliocän, vielleicht sogar den Pleistocän an­gehören dürften. Marines Tertiär soll angeblich auch an der Ost­küste im Gasaland bei Inhambane sich befinden, wo Erdöllager auftreten und ausgebeutet werden. Indes ist es nicht sicher, ob die Altersbestimmung wirklich richtig ist.

Möglich ist es, daß jung-marine Kalksteine, die in dem Hügel­land an der Algoabai südlich der Zuurberge bis 1300 Fuß hinauf gehen, und die Uitenhage-Schichten überlagern, tertiären Alters sind.

Jungmarine Ablagerungen.

An der heutigen Küste finden sich Strandbildungen, die aus Dünensanden und Konglomeraten auf Abrasionterrassen bestehen. Je breiter das Küstenvorland entwickelt ist, um so bedeutender pflegt auch die Entwicklung dieser jungen Meeresbildungen zu sein, so z. B. an der Algoabai. Dünenbildungen sind häufig und in erheblichem Umfange durch Kalk zu Kalksandsteinen verkittet worden, und zwar rührt dieser Kalk von Schalen von Meeres­tieren her, die durch Wellen und Stürme auf die Dünen geworfen worden sind. Sie wurden dann aufgelöst und die Kalklösungen verkitteten den Sand. Dieser Vorgang läßt sich heutzutage noch genau verfolgen.

Ähnliche Ablagerungen mögen die schokoladenbraunen Sande der Natalküste sein. Auch die im Sululand über dem Tertiär liegen­den Sande mit Kreuzschichtung und Lignitbänken, dürften jung­marinen, vielleicht diluvialen Alters sein. Von besonderem Interesse aber ist das Vorkommen von Strandterrassen mit Muschel­bänken im Verlaufe der ganzen Südküste. Sie erreichen eine Höhe bis zu 60 m über dem heutigen Meeresspiegel. Die Fauna der Muschelbänke entspicht nicht mehr vollständig der des heutigen Meeres, besteht aber doch durchweg aus rezenten Arten. Daraus kann man wohl schließen, daß das Alter der Strandterrassen dilu­vial oder spätalluvial ist.

Schwarz unterscheidet nicht weniger als acht Stufen in5ooobis 6000 F., 35004000 F., 25ooF., 1000i5oo F., 700 F., 5o100 F. über dem heutigen Meeresniveau. Dann kommt die heutige Strand­linie und schließlich als submarines Abrasionsplateau die Aguljas- bank, 600 F. unter dem Meeresspiegel. Allein sicher marin ist