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Die Häuser- und Hüttensteuer in Deutsch-Ostafrika / von Alexander Bursian
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zweckmäßig wäre, die bisher angestellten Akiden clur c h ange­stammte Häuptlinge zu ersetzen. Den Grund hierfür bilden die immer wieder auftauchenden Klagen, daß die Akiden, besonders die Stammesfremden, sich Übergriffe gegenüber den Eingeborenen zu schulden kommen lassen und von ihnen an Arbeitsleistung und Steuern mehr verlangen, als mit der physischen und ökono­mischen Leistungsfähigkeit des Negers in Einklang gebracht werden kann.

Im Küstengebiet wird man allerdings auch fernerhin aus­schließlich auf den Akiden angewiesen sein, da in dieser Gegend die angestammten Häuptlinge ganz verschwunden sind hier müßte durch verschärfte Kontrolle den Akiden die Möglichkeit zu Übergriffen genommen werden. Dies kann unseres Erachtens um so eher erreicht werden, als die Schuld an der sogen. »Akiden- wirtschaft« wohl nicht so viel den Akiden selbst als der allem Anschein nach im größten Teile des Schutzgebiets herrschenden unzureichenden Kontrolle der unteren Verwaltungsorgane zuzu­schreiben ist. Angenommen, ein gewisser Hang zur Unter­drückung der Unterstellten läge dem Akiden im Blut ein Charakterfehler, der vielfach als Eigentümlichkeit der ganzen Rasse hingestellt wird so würde der gewalttätige Akide doch nur allzubald sich eines Besseren besinnen, wenn er wüßte, daß die Verwaltungsbehörde über jeden seiner Schritte genau unterrichtet und nicht gewillt ist, Ungerechtigkeiten gegen die Eingeborenen zu dulden. Durch ein derartiges Vorgehen würde das Gouverne­ment, wie die Erfahrungen im Bezirke Wilhelmstal während der Amtszeit des Herrn Meyer lehren, in den Augen der Ein­geborenen an Ansehen und Vertrauen nur gewinnen, ein Um­stand, der auch auf die Steuerverhältnisse günstig einwirken müßte.

II. Kapitel.

Das finanzielle Ergebnis der Steuer.

Das finanzielle Ergebnis der Häuser- und Hüttensteuer für das erste Dezennium kann im allgemeinen nur als günstig be­zeichnet werden. Nicht allein daß die Entwickelung der Steuer an einer von Jahr zu Jahr verfolgbaren, ziemlich gleichmäßigen Steigerung der Erträge beobachtet werden kann diese Steige­rung war zudem so bedeutend, daß die Erträge sich von 5 zu 5 Jahren mehr als verdoppelten.