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Bewegung zu erleichtern, die Umgestaltung derselben aus einer internationalen zu einer spezifisch-katholischen, sowie deren Ergebnisse und zukünftige Ziele sins ira, sing oäio vorgreifend geschildert, und deshalb einige kulturhistorisch wie deutschnational wichtige und interessante Dinge übergangen, deren Besprechung wir jetzt nachholen.
Die Antisklavereibewegung, ja die ganze Sklavereifrage ist nämlich so enge verwoben mit unseren wichtigsten nationalen und kolonialen Interessen, namentlich in Ostafrika, es treten bei der deutschen und französischen Bewegung so merkwürdige Richtungen und Gegensätze hervor und selbst so nützliche Lehren für die zukünftige Gestaltung der kolonialen Dinge in Afrika, daß die den Kern der Sache treffenden und die letzten Absichten kundgebenden Feldzugspläne des deutschen und des französischen „Kreuzzuges" (der Name wird in seiner vollen Bedeutung allseits angenommen) eine genauere Betrachtung verdienen. Wir geben dieselbe durchaus objektiv.
Die internationale spezifisch-katholische Krcuzzugsarmee von Frankreich und ihr Feldzugspla».
Jüngst ist eine Schrift des Marquis de Bonaldi du Menil („Huostions atriog.illös. I-g, oroisaäs noiro," ?g,ris, Deutn, 1889) erschienen, welcher unerwartet vollständig Aufschluß giebt über die französischen Ziele der Antisklavereibewegung, die, wie wir später sehen werden, nicht unwesentlich von dem deutschen Feldzugsplane abweichen. Wir übergehen die Vorurteile des Verfassers gegen Deutschland, seine gehässigen Äußerungen über den Reichskanzler, seine Verdächtigungen der nichtsranzösischen Komitees, die deutschen Inbegriffen, welchen er Absichten nationalen Ehrgeizes unterschiebt, und geben seine Auseinandersetzungen genau, meistens wortgetreu wieder. Es läßt sich manches daraus lernen, wovon der Herr Marquis keine Ahnung gehabt hat.
1. Allgemeine Bedingungen des Unternehmens.
g>) Für ein so verwickeltes Werk braucht man weder viel Zeit noch viel Leute, aber viel Geld; 100 Millionen Francs, 1200 Mann in Afrika und 5000 Mann Ersatztruppen. Nach dem ersten Feldzuge, der höchstens zwei Jahre dauern und, nach der Festsetzung an