,831
3. Besteigimg des Kilinm Ndscharo durch vr. Haus Meyer und Lieuteuaut v. Ebersteiu») (im Juli 1887).
Dr. Hans Meyer und Lieutenant v. Eberstein landeten am 8. Juni in Mombassa, wohin ihnen ihre Karawane (73 Träger und 10 Soldaten) von Sansibar vorausgegangen war. Nach Überwindung vieler Hindernisse erreichten sie am 27. Juni Taweta. Unterwegs begegnete ihnen die große Karawane der Harveyschen Jagdexpedition (175 Träger). Diese englischen Jäger (die zwei Mrs. Harvey, Mr. Martin und Mr. Jackson) hatten die Taweta- und Jipeseewaldungen während einer sechsmonatlichen Jagdzeit fast ganz ausgeschossen und außer mehreren hundert Antilopen, Giraffen, Straußen, siebenzig Rhinocerosse, einen Elefanten und einen Löwen erlegt. Sie schlugen ihr Lager am linken Ufer des Lumi auf, das rechte Ufer ist deuisch. Dort trafen sie den Grafen Teleki und Herrn v. Höhnel, welche mit ihrer sehr großen Karawane, 400 Mann, alle mit Gewehren bewaffnet (zwanzig Somal mit Nepeliergewehren, hundert mit Werndlkarabineru, die übrigen mit Vorderladern) durch das Massaigebiet nördlich nach dem Kenia und nach Samburuh gehen wollten ^').
„Am 2. Juli", berichtet Herr v. Eberstein, „passierten wir den Lumi und traten damit in deutsches Gebiet über; mit uns waren 72 Mann mit Askaris — außerdem hatten wir 20 Leute mit Gewehren bewaffnet —, die übrigen Leute wurden mit unserem Hauptgepäck und vielen Tauschartikeln in Mr. Martins Lager zurückgelassen, dazu der zweite IieaclmM, unser recht thörichter Vizefeldwebel; wir ärgerten uns immer über den Kerl, wenn wir ihn sahen, darum ließen wir ihn bei den Sachen zurück, da er keine diebische Ader besitzen soll. Unser Weg führte im allgemeinen nach Nordwesten in eine Baumsteppe, deren Boden, außer mit dürrem Gras, mit großen, mächtigen Lavatrümmern bedeckt war. Außer Straußen habe ich auf
») Aus einem von der „Kolonialpolit. Korrespondenz" 3. Dez. 1887 mitgeteilten Privatbriese des Herrn v, Eberstein.
**) Die Expedition erreichte glücklich Samburuh. Einen Bericht darüber brachten die „Mitteilungen der k. k, geographischen Gesellschaft zu Wien". 1888. Heft 7 u. 8.