Aie äquatorialen Schneeöerge Kilima Wdscharo und Kenia.
1. Entdeckung des Kilima Ndscharo durch Rebmann und Krapf. — Versuch einer Besteigung des Berges durch Baron von der Decken«).
In das Jahr 1849 fallen Krapfs beide Reisen nach Mambani, welche für die Erdkunde Afrikas überraschende Resultate hatten. Dieses Land wird von Wakambastämmen bewohnt, die sich vor ihren Stammesgenossen an der Küste durch eine ausgedehnte Handels- thätigkeit vorteilhaft auszeichnen. Der Weg führt in westlicher Richtung zuerst über sandigen Boden, dann aufsteigend durch einen dichten Wald von Akazien, Euphvrbien und vielen anderen Bäumen, deren Äste den Weg so verschließen, daß man sich nur in gebückter Hallung durch das Dickicht durchwinden kann. Die ganze Gegend, über welche die Dörfer sehr sparsam verstreut sind, heißt Mdingo. Am 10. November, neun Tage nach seiner Abreise, sah Krapf jenen gewaltigen Schneeberg, welchen die Eingeborenen Kilima Ndscharo nennen. „Der Schneeberg", berichtet er, „ragte über die anderen Berge Ndara und Bura hervor. Sogar in weiter Entfernung konnte ich wahrnehmen, daß die weiße Materie, welche ich sah, Schnee sein müsse. Als der Himmel gegen 10 Uhr umwölkt wurde, entzog sich die weiße Materie meinen Blicken und verschwand hinter Wolken
») Nach der vortrefflichen Darstellung von R. Zöllner, Der schwarze Erdteil und seine Erforscher. Velhagm <K Klasing, Bielefeld u. Leipzig, 1374.