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b) Her Kenia.
Der erste Europäer, welcher den Kenia erblickte, war Dr. Krapf (1849); die Versuche des Barons von der Decken, des Missionars New und Hildebrandls (1877), bis zu diesem Berge vorzudringen, mißlangen.
Dagegen erstiegen ihn Graf Teleki und Lieutenant v. Höhnel am 17. Oktober 1887. Thomson unternahm 1882 — 1883 das Wagnis, mit nur 30 Mann das merkivürdige Land zwischen dem Kilima Nvscharo und Kenia das 8000 Fuß hohe Leikipiaplateau, den Wohnsitz der wiloen Wa-Kwati, zu durchziehen und den letzteren geheimnisvollen Schneeberg zu erreichen. Wir lassen den kühnen Reisenden selbst sprechen:
„Da nach Erreichung des Sees Naiivascha (1830 m ü. d. M.) der Berg Kenia uns zur rechten lag, so beschloß ich, trotz aller Abmachungen, koste es, was es wolle, dahin einen Slrcifzug zu unternehmen. Am 4. Oktober kreuzten wir den Murnndat, welcher hier in einem tiefen Einschnitte durch Secschlamm fließt. Wenig weiter erreichten wir den Guaso-Giligili und hielten uns in gleichem Abstände von ihm. Es ging gemach in die Höhe, bis wir einen HöKen- kamm von trachytischem Gestein erreichten, der quer durch die Bodensenkung lies, vielleicht ein Laoastrom vom Buru. Der Giligili hat sich iu einem sehr tiefen Durchschnitt einen Mg durch diesen Kamm gebahnt. Das Bett des Flusses wurde erreicht mittelst einer langen, geneigten Ebene, von Myriaden von Vieh ausgetreten. Am folgenden Tage marschierten wir weiter nordwärts durch eine angenehme Landschaft, welche mit einem silberblätterigen Busckie, .Leleschwa' genannt, bedeckt war. Am meisten ausfällig war indessen die wunderbare Menge abgestorbener Bäume, welche das ganze Land erfüllten, so daß die Massai es AngaM-Elgek (Brennholzebene) genannt haben. Nach einem beträchtlichen Marsche an einem Massaikraal von 3000 Kriegern (Kinangop) vorbei kamen wir an eine Spaltlinic, welche quer durch die Bvdcnmulde sich zog und wie eine Treppenstufe aussah. Wir stiegen sie hinab und lagerten dann in einer malerischen Nische des Hochlandes von Leikipia, durch welche ein schöner Bach, Ngare-Kekupe; von der Höhe zum Salzsee Elmeteita herunter-