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Während der Marktzeit, besonders aber gegen Abend, waren die drei Kaffeehäuser der Stadt stark besucht. Alle Volksschichten waren hier vertreten, einzelne hockten am Boden, andere lagen auf Angerebs hingestreckt, in mannigfaltigen Gruppen den offenen, schattigen, sehr schmierig aussehenden Raum ausfüllend. Dort trieben hin und wieder auch die Bettler ihr Geschäft und sobald sie fünf Para hatten, um ein Schälchen Kaffee bezahlen zu können, setzten sie sich ohne Rücksicht neben dem reichen, mit schneeweißen oder bunten seidenen Gewändern bekleideten Manne nieder, den sie vielleicht angebettelt hätten, und tranken ihren Kaffee ungeniert wie die anderen Gäste. Auch Frauen, in dünne, bauschige, weite Gewänder gekleidet, mit vielem Gold- oder Silberschmuck behängt, Personen von zweifelhaftem Rufe, lagen umher, rauchten ihr Shisch (Wasserpfeife) und trieben, ihr unbedecktes Gesicht zeigend, mit den Männern ein lüsternes Augenspiel. Täglich in den Frühstunden findet vor dem östlichen. Thore außerdem ein Markt statt, einzelne Tiere, sowie Holz, Durro- stroh (Gassap) und Heu werden hier verkauft, doch ist der Umsatz der Ware von keiner Bedeutung. Getümmel und Lärm, welche den ganzen Markt erfüllten, trieben mich wieder in meine Wohnung zurück.
Karl Gras Krockow von Wickerode. (Reisen und Jagden in Nordostafrika, Berlin 1867,)
5. Die DscheMva, die zentralafrikanischen Hausierer zwischen Nil und Niger.
Unter den von den Arabern unterworfenen Völkerschaften TÄr- Fors stehen die DschellS.ba ihren Herren am nächsten. Seit Jahrhunderten im Lande ansässig, stammen sie aus den verschiedenen Nilländern, von SennS,r bis über Nubien hinaus nach Oberägypten, und halten sich meist in bestimmten Bezirken zusammen, die nicht selten, wie Köbs und andere Hauptniederlassungen, 1000 bis 2000 Feuerstellen umfassen. Es dürften alles in allen für Ds,r- For wenigstens 5000 Hausstände der DscheWba zusammenkommen.
Dieselben bieten nun keineswegs ein einheitliches Ganze dar.