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b) Weitere Abzweigungen.
Als der Weiterbau der Usambarabahn nach dem Victoriasee in neuerer Zeit von manchen Seiten ernstlicher verlangt wurde, machte man von anderer Seite dagegen geltend, daß man „der Mittelbahn den Verkehr des Victoriasees nicht entziehen solle" (133). Ein Bahnbau von Muansa nach Tabora soll ihr diesen sichern (80, sso). Seine Ansangsstrecke würde mit den ersten 150 Kilometern der Ruandabahn zusammenfallen, die zunächst ja geradeswegs nach Muansa hin zielt. Daß dieses Projekt, das so alt ist wie der Gedanke der Zentralbahn (74, ss), keinen vorteilhaften Verbindungsweg zwischen dem Victoriasee und der Meeresküste darstellt, ist offensichtlich. Die Länge der Strecke Muansa — Tabora—Daressalam würde ungefähr 1200 Km ausmachen (17, 208) und eine Konkurrenz mit der nur 940 Kra langen Ugandabahn von vornherein ausschließen.
Außerdem wurde eine Bahn von Kilossa nach Jringa erwogen (36, Karte; 101,1,5), die dann zum Südende des Tanganjikasees oder zum Nordende des Njassasees weitergebaut werden soll. Durch eine Zweiglinie der Zentralbahn zum Njassa soll die Südbahn Kilwa Kisiwani—Wiedhafen überflüssig gemacht werden und außerdem ein neuerErschließungswegKatangas geschaffen werden, auf dem zugleich dieser Minenbezirk mit Lebensmitteln aus dem Bezirk Langenburg versorgt werden könnte (144). Schon die technischen Schwierigkeiten, deren die Bahn bei der Durchquerung der stark zerschnittenen Berglandschaften von Usfagara, Uhehe, Ubena und Konde Herr werden müßte (19, 37g), lassen eine Durchführung dieses Projektes nicht ratsam erscheinen.
Aber auch in anderer Hinsicht ist die Verwirklichung dieses Planes nicht wünschenswert. Werden noch mehr Bahnen der Zentralbahn angegliedert, so wird später nicht ein Netz von Schienenwegen das Schutzgebiet überspannen — wenn man diesen Ausdruck hier anwenden darf —, sondern ein Hauptstrang die Mitte der Kolonie durchlaufen, auf den von Norden und Süden Zubringerlinien hinstreben, und der ganze Strom des Verkehrs von vier Fünfteln des Landes wird auf einen einzigen Hafen gelenkt werden. Daß durch eine solche Monopolisierung des Verkehrs der Norden und Süden in' ihrer selbständigen Entwicklung gehemmt werden müssen, wurde schon betont (S. 97f.). Beide haben von Natur je einen guten Hafen, von dem aus geographisch bedingte Wege ins Hinterland führen und auf die großen Seen hinzielen; und nur diese Wege können die Nord- bez. die Südgebiete ganz erschließen, wie es bei der Erörterung der Usambarabahn und ihrer Verlängerung zum Victoriasee bereits geschildert wurde, und wie es für die Südbahn noch nachzuweisen ist.
Das Projekt der Südbahn.
Es sind im ganzen drei Projekte, die den Njassasee zum Ziele haben, der bisher noch keine direkte Eisenbahnverbindung mit dem Meere hat:
1. Die vollständige Ausgestaltung des Sambesi-Schireweges als Eisenbahn, die schon von Chindio (Keia) bis Blantyre gebaut ist.
Bcimdorf. 8