Die Vögel des Stadtgrabens,
bearbeitet vom Conservator Finsch.
So wohlthuend und freundlich auch der Anblick eines schönen, stehenden Gewässers ist, in dessen Fluthen sich herrliche Anlagen, welche die würdige Umgebung desselben mit ihrem majestätischem Baumschmucke und ihren erfrischenden Rasenteppichen abspiegeln, immer wird das Auge des Besuchers unwillkürlich auf der blauen Wasserfläche nach etwas Lebendem suchen und weder von dem zufälligen Ausschnellen eines Fisches, noch dem munteren Spiel der Wasserdrehkäfer befriedigt werden.
Einen ganz anderen Eindruck auf Auge und Gemüth macht es dagegen, wenn unser Blick anmuthigen Vogelgestalten begegnet, deren Leben und Treiben für den sinnigen Beobachter manche Viertelstunde angenehm ausfüllen und ihm stets neuen Stoff zur Unterhaltung bieten wird. Denn weit entfernt, für die Dauer Langeweile zu erregen, werden uns die lieben Geschöpfe vielmehr durch ihr zutrauliches und zahmes Wesen mehr und mehr werth, und so oft man auch schon das gewandte Untertauchen der Enten, das Majestätische in der Erscheinung stolz dahersegelnder Schwäne bewundert hat, immer wird man wieder zu neuem Interesse veranlaßt.