Heft 
(2018) Bd. 15. Renaissance
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Todenhöfer - Der Wiederaufbau von kriegszerstörten Renaissancegebäuden nach 1945

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Achim Todenhöfer

Der Wiederaufbau von kriegszerstörten Renaissancegebäuden nach 1945 in Bremen

Die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg

Bei über 170 Luftangriffen wurden im Zweiten Weltkrieg weite Teile Bremens zerstört. Der ver­heerendste dieser Angriffe, lediglich von 30 Mi­nuten Dauer um Mitternacht vom 18. zum 19. August 1944, hatte fast 40 Prozent der Opfer und ca. 60 Prozent der gesamten Kriegszerstö- rungen Bremens zur Folge. Danach war ins­besondere der Bremer Westen bis zum Waller Ring nur noch ein Trümmerfeld. Am Abend des 6. Oktobers traf dann die Neustadt und die Altstadt ein Großangriff, der vor allem die

Martinistraße, die Schlachte und die Kathari­nenstraße, aber auch das nähere Umfeld des Marktes mit Unser Lieben Frauen, der Baum­wollbörse und dem Lloydgebäude heimsuchte. Bei diesem Angriff wurden auch viele der ein­drucksvollen Renaissancebauten am Markt und in Bremens ältester und einst wichtigster Straße, der Langenstraße, zerstört. Einzelne Gebäu­de wie die Stadtwaage und das Essighaus erlit­ten bereits zuvor bei kleineren Fliegerangriffen Bombentreffer. Am Ende des Zweiten Welt­kriegs hatte Bremen nicht nur den Verlust von 3852 Menschenleben, eine weitgehende Zerstö­rung der Infrastruktur und die Vernichtung von etwa 58 Prozent des Wohnraums und 50 Pro­zent der Arbeitsstätten zu beklagen, sondern darüber hinaus auch den Verlust eines Großteils seines baukulturellen Erbes und seiner bau­geschichtlichen Identität.

Blick über den Westgiebel des bereits im Wie­deraufbau befindlichen Schüttings in Richtung Rathaus und Dom 1947. Foto Magnus Iken

Aufbauplanungen und Denkmalpflege nach dem Krieg

Schon während des Krieges war erstmals 1941 und nach einer Pause ab 1943 der »Wiederauf bau« konzipiert worden. Verantwortlich war der Landesplaner und spätere bremische Baudirek­tor Wilhelm Wortmann (1897-1995), der da­mals, wie andere Fachkollegen, durchaus inter­national verbreitete Ansätze der Stadtplanung wie den der funktionellen Stadt (Le Corbusier) oder der Stadtlandschaft (engl, »urban land- scape«) aufgriff. Dabei konnte er sich auf seine Mitarbeit an der Entwicklung eines General­siedlungsplans 1929/30 stützen, der bereits ein­greifende Verkehrsplanungen im Altstadtbe­reich vorsah. 1 Enge Stadtviertel sollten ausge­lichtet, mit geringer Besiedlungsdichte versehen,

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