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Niels Lyhne : Roman : aus dem Dänischen übersetzt von Mathilde Mann :
(Fortsetzung.)
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443
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Kleinere Mitteilungen. 443

Ohnmacht; er schlang die Arme um einen Baum, lehnte seine Wange gegen die Rinde desselben und weinte. (Fortsetzung folgt.)

Kleinere Mitteilungen.

Zum Fremdwörterunwesen. Auf allen Gebieten der Wissenschaft ist das Bestreben erkennbar, sich von den herkömmlichen Fremdwörtern frei zu machen und deutsch zu reden, und die neuern Schriften über Erziehungs- und Unterrichts­wissenschaft machen davon im allgemeinen keine Ausnahme. Nur einige von den Vertretern dieser Wissenschaft, diejenigen nämlich, die sich selbst mit Vorliebe Ver­treter derwissenschaftlichen Pädagogik" nennen, die Männer der Herbart-Zillerschen Richtung, erscheinen als bewußte Gegner jenes Bestrebens, ja sie begnügen sich nicht damit, die auf dem betreffenden Wissenschaftsgebiete herkömmlichen Fremd­wörter anzuwenden, sondern führen noch eine Menge neuer ein.

Bei der Besprechung einer aus den Herbart-Zillerschen Kreisen stammenden Schrift schreibt Albert Richter imPädagogischen Jahresberichte auf 1337" u. ä.: »Das Schriftchen ruht ganz auf Herbart-Zillerscher Grundlage, nur in der Benennung der fünften formalen Stufe weicht es von den genannten Meistern ab und entscheidet sich mit Vogt für den Namen »Funktion,« weil der »an sich richtige Terminus Methode unklar« sei. Inwiefern »Funktion« nun Heller sei, vermögen wir nicht einzusehen. Ein guter deutscher Ausdruck, wieAnwendung des Gelernten" oder ein ähnlicher, scheint eben für die Vertreter der »wissenschaftlichen Pädagogik« nicht wissenschaftlich genug zu sein. In den schriftstellerischen Erzeugnissen der Vertreter der Herbart-Zillerschen Richtung macht sich meist eine Wichtigthucrei, eine Gespreiztheit geltend, die den schlichten Schulmeister nur unangenehm berühren kann. Das ist ein Prunken mit gelehrtem Kram, das sich besonders in der Form der Zitirwut äußert; längst bekannte Wahrheiten werden in einer sprachlichen Form zum Ausdruck gebracht, die den Schein der Neuheit des betreffenden Satzes erwecken soll. Höchstens wird ein Zitat aus dem Werke eines der Zunft der »Wissenschaft­lichen« angehörenden hinzugefügt, aber mit einem Zitate darauf hinzuweisen, das; Pestalozzi, Diestcrweg, Harnisch u. a. längst dasselbe gesagt haben, nur mit andern, einfachern, verständlichern Worten, davor hütet man sich. Ist denn die Pädagogik die einzige Wissenschaft, in der man nicht deutsch reden kann? Geschichtschreiber, Naturforscher und wie die einzelnen Gelehrtenkreise alle heißen, bestreben sich jetzt, deutsch zu reden, in der Pädagogik aber ist gerade bei denen, die sich mit Vorliebe Vertreter der »wissenschaftlichen Pädagogik« nennen, das Gegenteil zu bemerken. Da sieht es um die Behandlung der deutschen Sprache immer schlimmer aus. Daß man beim Unterrichte die einzelnen Vorstellungen mit einander verknüpfen und ver­weben müsfe, daß man zur Bildung von Begriffen fortschreiten müsse, das ist in den Lehrbüchern der Pädagogik längst gefordert worden; nun kommen aber die »wissenschaftlichen« Pädagogen und reden von »Assoziationen« und von der Stufe des »Systems«; und wenn man früher forderte, der Schüler müsfe das Gelernte auch anzuwenden lernen, so spricht man dafür jetzt von der Stufe der »Methode«