Niels Lyhne.
M
Roman von Z. P. Jacobsen. Aus dem Dänischen übersetzt von Mathilde Mann. (Fortsetzung.)
ie thun mir Unrecht, Herr Bigum, versetzte Edcle und erhob sich — Biguin erhob sich gleichfalls —, ich lache nicht; Sie fragen mich, ob Sie die geringste Hoffnung haben, und ich antworte Ihnen: Nein, Sie haben nicht die geringste Hoffnung; zum Lachen ist das aber ganz und gar nicht. Doch will ich Ihnen noch etwas sagen: von dem ersten Augenblicke au, als Sie anfingen, an mich zu denken, hätten Sie wisfen können, wie meine Antwort ausfallen würde, und Sie haben es auch gewußt, nicht wahr, Sie haben es die ganze Zeit hindurch gewußt, und doch haben Sie alle Ihre Gedanken und Wünsche dem Ziele entgegengetrieben, von dem Sie wußten, daß Sie es nicht erreichen konnten. Ihre Liebe beleidigt mich keineswegs, Herr Biguin, aber ich verurteile sie. Sie haben gethan, was so viele andre thun! Wir schließen unsre Augen vor dem wirklichen Leben, wir wollen das Nein, welches das Leben unsern Wünschen entgegenruft, nicht hören, wir wollen den tiefen Abgrund, den es uns zeigt, ver- vergesfen, den Abgrund, der sich zwischen unsrer Sehnsucht und dem Gegenstände derselben befindet. Wir wollen unsern Tranm verwirklichen. Das Leben aber rechnet nicht mit Träumen, mich nicht das geringste Hindernis läßt sich aus dem Leben hinwegtrüumcn, und so liegen wir denn schließlich jammernd am Abgrunde, der sich nicht verändert hat, der noch immer so ist, wie er von Anfang an gewesen war, nur wir selbst sind verändert, wir haben alle unsre Gedanken durch die Träume erregt, wir haben unsre Sehnsncht zu übermenschlicher Spannnng hinaufgeschraubt. Der Abgrund aber ist nicht schmaler geworden, und alles in uns sehnt sich schmerzlich darnach, hinüber zu gelangen. Aber