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Neue Romane.
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Gegen den Strom.

Gesellschaft giebt; denn diese Gesellschaft kann nicht immer von vorn anfangen, sie ist natürlicher- und notgedrungenerwcise gezwungen, mit dem geschichtlich Gewordenen zu rechnen; sie kann nicht jeden Einzelnen auf Herz und Nieren prüfen und muß zum Hilfsmittel greifen, ihn nach Herkunft und Stand nud äußern Verdiensten zu beurteilen. Aber deshalb darf unser Vertrauen auf den Wert, die Wahrheit uud die Macht der Sittlichkeit nicht erschüttert werden. Es ist verdienstlich, auf die Leiden der Menschheit hinzuweisen und zu deren Heilung anzustacheln, allein es ist nicht der Beruf der Kunst, dies auf Kosten der Wahrheit zu thun.

Wien. Moritz Necker.

Gegen den ^trom.

nter diesem Titel giebt seit etwa drei Jahren einelitterarisch­künstlerische Gesellschaft" in Wien eine Reihe von Flugschriften heraus, die alle die kleinen Laster und Schwächen, welche in der Gegenwart im allgemeinen und insbesondre in Osterreich und in Wien hervortreten, aufzudecken und zu geißeln die Absicht haben. Gleich hier sei bemerkt, daß die Mitarbeiter, welche sich einige Zeit nach dem Erscheinen ihrer Beiträge nennen, keineswegs das bilden, was man eine Clique zu nennen pflegt. Mit Ausnahme der berechtigten Absicht, die wohl jedem buchhändlerischeu Unternehmen innewohnt, auf seine Kosten zu kommen, ver­bindet dieses hier kein eigennütziges Interesse. Es sind auch Journalisten dabei, aber sie gehören dem ehrenwertesten Teile der Wiener Journalistik an.

Bis jetzt sind sechzehn Hefte erschienen. Die Mehrzahl beschäftigt sich nicht mit den breiteru Schichten des Volkes, sondern mit den obersten Hunderttausend der Gesellschaft im eigentlichen Sinne. Da wird ihre Bildung einer scharfen Prüfung unterzogen (Die gebildete Welt, von Wengraf), ihre Lektüre und ihr Kuustgeschmack kritisirt (Unsre Kunstpflege von Julius Deininger, Der Noman, bei dem man sich langweilt, und Nach der Schablone von Gustav Schwarzkopf, Moderne Kunstliebhaberei von Albert Jlg), das Vorrecht, daß sich die Frauen innerhalb derselben anmaßen, zurückgewiesen (von Gustav Schwarz­kopf), derGrößenwahn" der Männer gegeißelt (von Wengraf) und unter dem SchlagworteDas Zeitalter der Deutlichkeit" werden die naturalistischen Be­strebungen der Gegenwart, insoweit sie im gesellschaftlichen Leben hervortreten, geschildert und verurteilt.