Beitrag 
Types de la littérature allemande : in vier Briefen.
Seite
180
Einzelbild herunterladen
 

180

Die Liebhaberphotographie.

Aber wir suchen keinen Streit. Und da möchte ich Ihnen denn einen friedlicheren Vorschlag machen. Sie halten etliche lebende Deutsche hoch, unter andern Herrn Professor Hildebrand, den Sie persönlich in Leipzig gehört haben. Vieles von dem, was Sie wissen, verdanken Sie diesem verehruugswürdigcn Manne. Versuchen Sie es noch einmal. Kommen Sie wieder, besuchen Sie nochmals Leipzig und auch andre Universitäten, welche Sie wollen. Dann wird Ihnen mit der Zeit für viele Dinge ein besseres Verständnis aufgehen, und vieles werden Sie ganz anders beurteilen lernen. Und wenn Sie dann, nach etwa zehn Jahren, uns wieder mit einem Buche über deutsche Litteratur beschenken wollen, worin Sie getrost, aber ohne Haß und nationale Vorein­genommenheit, tadeln dürfen, werden Sie uns vielleicht eine Freude bereiten.

Aber wozu sage ich das Ihnen? Als ob Sie nicht viel besser wüßten, worauf es ankommt:

Ls tairs ot xiooksr ksrmo st üur, M'on nv sait, yuo 1'on ÄMrvNNS Uoäostsmvnt. L'ost Is xlus snr. NMoodissW, mon oo.xii»ino.

Die Liebhaberphotographie.

n Amerika ist die Liebhaberphotographie bis zu einer Vollkommen­heit gediehen, daß bereits Notschreie dagegen zu ertönen an­fangen. Die Möglichkeit, überallhin seinen Apparat mitzunehmen und mit Blitzesschnelle ein Bild auf die Platte zu bringen, wird als Gefahr für die persönliche Freiheit amerikanischer Bürger an­gesehen.Es kann jetzt niemand mehr nach einem Hunde treten oder einer Dame über einen dornigen Heckenzaun helfen oder einem blinden Bettler einen Stein in den Hut werfen, ohne Gefahr zu laufen, daß dieser Augenblick für ewige Zeiten festgenagelt wird. Du ergreifst die Hand der Dame, um sie zu stützen, wie sie ausgleitet. Da geht es »Schnapp!« hinter deinem Rücken, und ehe du dich umdrehen kannst, ist dein Bild gemacht. Wie du dich bückst, um nach einem Stein zu greifen, hat er dich wieder und läuft dann weg mit seiner storchbeinigen Maschine und seiner verleumderischen Platte unterm Arm. Die Platten lügen, das ist noch das Schlimmste von allem. In dem betreffenden Falle hältst du die Hand der Dame vielleicht zehn Sekunden lang; wenigerläßt die Höflichkeit nicht zu. Auf der ruchlosen Trockenplatte jedoch, die den flüch­tigen Ausdruck des Augenblickes auffängt, siehst du aus, als ob du den ganzen