Der Voulangerismus in Paris.
eltsame Gegensätze! An demselben Tage, wo wir in Ernst und Trauer in Berlin den ersten deutschen Kaiser zur letzten Ruhe bringen sahen, führte in Paris der Komödiant Boulanger mit seiner Truppe wieder eine jener Possen auf, mit denen er Deroulede und der Patriotenliga den Preis der Lächerlichkeit streitig machen zu wollen scheint — so sagte man sich bei den ersten Nachrichten von dem Wiederauftreten des genannten Strebers auf der Bühne, auf der er früher als Kriegsminister wohlfeilen Beifall geerntet hatte und bei einem nicht geringen Teile der Franzosen populär geworden war. Und in der That sah die Sache wie ein Posfenspiel aus, ganz wie die Auftritte, welche die Abreise des in maßgebenden Kreisen zuletzt unbequem und verdächtig gewordenen Generals in die halbe Verbannung zu Clermont-Ferrand begleiteten, wo er bis vor kurzem den Posten eines Korpskommandanten inne hatte. Seine Pflichten ließen ihm Muße, die Ziele seines Ehrgeizes weiter zu verfolgen, und dabei hielt er es nicht für unzulässig, gegen den Willen des Kriegsministers dreimal nach Paris zu kommen, um sich hier mit Helfershelfern seiner Pläne HU beraten. Die Negierung ergriff aber diese Gelegenheit, ihn weiter unschädlich zu machen, indem sie ihn von seiner Stellung als Korpskommandant entfernte und zur Disposition stellte. Er antwortete hierauf damit, daß er nach Paris kam und sich dort von seinen Verehrern als großen Mann und uuschnldig ge- maßregelten Patrioten feiern ließ. Der ganze Apparat, der zu diesem Humbug gehört, war dabei in Bewegung, schon ehe der Held aus der Kulisse trat. Die Redaktion der vo<zg.räs, des zur Vertretung des Voulangerismus vor kurzem gegründeten Blattes, hatte in ihrem Büreau Listen ausgelegt, in denen das mit der Maßregelung seines Heroen unzufriedene „Volk" einen Protest dagegen mit Grcnzbvten II. 1833. 1