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Anlage IV.
Deutsch-Ostafrika.
b) Apostolisches Vikariat „Südnyanza".
I. Misfionspersonal.
1. Europäisches.
Das im Berichtsjahre in den Hauptstationen beschäftigte Weiße Personal belief sich aus 40 Missionare. Mit der Leitung und Beaufsichtigung der Bauten, sowie der Schamben und Gärten sind die den Patres zugewiesenen Laienbrüder betraut, nachdem sich selbige zu diesem Zwecke in den verschiedenen Vorbereitungsinstitnten der Gesellschaft in Nordafrika und in Europa die erforderlichen Fachkenntnisse angeeignet haben. Ihnen liegt auch die Betreibung der verschiedenen Handwerke ob, sowie die Unterweisung der dem einen oder anderen sich widmenden Eingeborenen.
Neu hinzugekommen sind im Berichtsjahre vier Weiße Schwestern, die sich hauptsächlich der Erziehung der weiblichen Jugend, sowie der Krankenpflege widmen.
Das Gesundheitsverhältnis kann für das verflossene Jahr im allgemeinen zwar als ein günstiges bezeichnet werden. Indessen sind, außer den im hiesigen Distrikt natürlich nie ganz zu vermeidenden Fieberanfällen gewöhnlichen Charakters, zwei schwere Erkrankungen an Schwarzwasserfieber und zwei ebensolche an Malaria zu registrieren. Von ersterer Krankheit wurden zwei Herren befallen, die zwei resp. vier Jahre im Schutzgebiete ansässig waren. Beide Fälle kamen in den Niederungen am Südufer des Nyanza vor,' sie nahmen indessen, ebenso wie die beiden erwähnten Fälle Malaria, einen günstigen Verlauf.
Einer meiner Herren ist nach ununterbrochener zehnjähriger Tätigkeit im Seengebiet nach Europa abgereist, um einige Monate wohlverdienter Ruhe und Erholung zu genießen.
2. Farbiges Hülfspersonal.
Jeder Station steht eine Anzahl Eingeborener zur Verfügung, die dank einer gründlichen Auswahl und Ausbildung die Bestrebungen der Europäer in geistigsittlicher und wirtschaftlicher Beziehung zu unterstützen und aus entlegenere Regionen auszudehnen berufen sind. Das Hauptkontingent derselben stellen die den elementaren Schulunterricht erteilenden Lehrer, ferner die für den Religionsunterricht in Betracht kommenden Katecheten. — In den Hauptstationen ausgebildete Handwerker, wie Schreiner, Maurer, Ziegelarbeiter, Dachdecker usw. konnten bisher im Lande selbst noch keine Beschäftigung finden, weshalb sich die Mehrzahl derselben zur lohnenden Ausübung ihres Berufes zum benachbarten Uganda wenden.
II. Missionsgebiet.
1. Ausdehnung des bearbeiteten Gebietes.
Das Gebiet, welches die Mission Südnyanza umfaßt, deckt sich mit dem der beiden Distrikte Mwanza und Bukoba, zu welchem Ruanda (zu Usnmbura gehörig) hinzuzufügen ist.
Im Distrikt Mwanza befinden sich drei mit Missionaren besetzte Hauptstationen. Bukumbi, Ukerewe (Neuwied) und Kome (Insel). Zwei frühere Stationen, die Verhältnishalber s. Zt. verlassen werden mußten, werden voraussichtlich in Bälde wiederbesetzt werden können, nämlich Ururi (Ushashi) und Nyengezi.
Im Bezirk Bukoba sind im Verlauf des Berichtsjahres neu hinzugekommen: eine Niederlassung der Weißen Schwestern in Marienburg und eine noch in der Gründung begriffene Station im Bezirke Kyanza, ca. 35 km südlich von Bukoba. Dank der freundlichen Vermittlung des Bezirkschefs von Bukoba, dessen tatkräftiger und vielseitiger Unterstützung die in seinem Bezirk liegenden