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1904: 1902/1903
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22
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Anlage ^.IV. 22

Deutsch-Ostafrika.

II. Missiousansiatt der evangelischen VrüderuniM (Briidergememde).

1. Bericht der Mission der evangelischen Brüdernnität im Zentralgebiet Deutsch-Ostafrikas.

Unser Missionswerk hat im vergangenen Berichtsjahr eine bedeutende Erweiterung erfahren. Zur Herstellung der Verbindungslinie zwischen Urambo und Kiwere konnten wir durch Gottes Gnade zwei neue Stationen gründen, dadurch wurde aber auch die Besetzung der einzelnen Stationen verschoben.

Urambo. Unsere älteste Station hatte zum Schlüsse des Berichtsjahres nur zwei Missionarssamilien. Herr Missionar Stolz nebst Frau und Herr Missionar Dahl nebst Frau. Herr Missionar Stolz übernahm die ganze äußere Verwaltung unserer Mission, zugleich aber auch die Verwaltung unserer ältesten Station' Herr Missionar Dahl widmete sich wie bisher der kirchlichen Arbeit und der Schule.

Durch die Güte des Kaiserlichen Gouvernements und der Station Tabora wurden Herrn Missionar Stolz verschiedene Sorten Baumsamen zur Verfügung gestellt, und Herr Stolz ließ es sich angelegen sein, dieselben zum Besten der Station zu verwerten,' er dürfte auch mit den verschiedenen Sauren schöne Erfolge erzielen. Das Verhältnis mit der Kaiserlichen Station war ein sehr gutes,' es gereichte Herrn Stolz zur großen Freude, das energische Vorgehen der Kaiserlichen Station Tabora zur Unterdrückung des Sklavenhandels, soweit es Urambo, betraf, in etwas unterstützen zu können.

Herr Missionar Dahl widmete sich mit großen: Eifer der Schule und Kirche. In der Schule konnte er mit den geförderten Schülern eine Oberklassc beginnen, aus dieser Oberklasse meldeten sich fünf, daß sie in der christ­lichen Lehre unterwiesen werden möchten, mit den: Bemerken: sie wollten Jesu nachfolgen. Das war ein lang erbetener, großer Freudentag für Urambo. Mit dieser Oberklasse konnte auch Herr Missionar Dahl einen Unter­richt im Deutschen beginnen. Die Gottesdienste waren gut besucht, auch die mehr katechetisch gehaltenen Versamm­lungen für Erwachsene an drei Werktagen in der Woche.

Sikonge-Nguln. Diese Station liegt drei Marsch­stunden von Tabora entfernt in einem der fruchtbarsten Teile des Bezirks.

Herr Missionshandwerker Brauer nebst Frau zog im September 1902 dorthin, um dort den ersten Grund zur Station zu legen. Er hatte viele Schwierigkeiten zu überwinden, da die dortigen Valungwara (Küstenlente) nicht erbaut waren über die Gründung einer Missions­station. Im Februar 1903 siedelte Herr Missionar Maier nebst Frau von Urambo nach dorthin über, um in Ver­bindung mit Herrn Brauer die eigentliche Station an­zulegen. Sobald dies geschehen ist, hofft Herr Missionar Maier der geistlichen Arbeit sich ganz widmen zu können. Für's erste werden die Sonntagsgottesdienste gehalten und eine Abendschule mit alten Schülern aus Urambo.

Jpole Ugunda. Es kann hier nur verzeichnet werden, daß Herr Missionshandwerker Rapparlin nebst Frau im Mai 1903 dorthin zog, um die dortigen Stations­gebäude zu errichten. Bis dahin hatte Herr Rapparlin in Kitunda gewirkt und daselbst den Bau der Stations­gebäude vollendet. Im Gegensatz zu Sikonge herrscht in Jpole große Freude über die Ankunft des Missionars.

Kitunda-Kiwere. Hier nahm uns die Trockenzeit 1902 ganz mit Bauen in Anspruch, wenn auch darüber die geistliche Arbeit nicht ganz vernachlässigt wurde. Dafür konnten wir von November 1902 desto mehr irr Kirche und Schule arbeiten. Es befanden sich zuletzt in der Schule 40 Kinder, wovon viele mit großem Eifer bei der Sache waren. Auch die geistliche Arbeit war reich ge­segnet. Wohl wurden drei von den Tanfkandidaten urr-