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1904: 1902/1903
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Anlage >1. IV.

Allgemeines.

für Mulifanua genügen, das; aber der Kakaobaum in den häufig auftretenden längeren Trockenzeiten auf Samoa leiden, jedenfalls aber gleichmäßig gute Ernten nie be­ständig erwartet werden können. Die Böden von Samoa bezeichnet Wo hltmann an sich als nicht sehr kalireich, durch den Raubbau der Eingeborenen sind ihnen noch ganz be­deutende Mengen Kali entzogen worden, sodasz bei einer rationellen Kakaokultur die Zufuhr natürlicher oder künst­licher Düngemittel namentlich Kali notwendig sein wird. Die für Kakaokultur geeignete Fläche auf Samoa gibt Wohltmann mit ft00,000 Im an, von denen etwa die Hälfte den Eingeborenen reserviert bleiben müßten. Neben einigen großen Kakaobaugesellschaften finden demnach noch etwa 500750 einzelne Kaküopflanzer Platz. Da Sawai wegen Mangels an Arbeitern, des tätigen Vulkans wegen und aus anderen Gründen, vorläufig nicht in Betracht kommt, würde für die nächsten 30 Jahre kaum die Hälfte also 250350 einzelne Kakaopslanzer unterzubringen sein.

II. Kolonial-Wirtschaftliches Institut, a. Kolonial-Maschinenbau.

Für die wirtschaftliche Entwicklung der Schutzgebiete, namentlich für die Ausbreitung der Eingeborenenkulturen: Baumwolle, Ölfrüchte, Faserpflanzen usw., ist die Her­stellung einfacher Maschinen, Geräte und Werkzeuge, welche den Eingeborenen eine bessere Ausnutzung ihrer Arbeitskraft ermöglichen, bezw. den die Rohprodukte aus­kaufenden Händler in den Stand setzen, diese ohne sehr bedeutende Kosten marktfähig zu machen, von großer, oft ausschlaggebender Bedeutung.

Aus diesem Grunde regt das Komitee fortgesetzt deutsche Fabriken an, sich mit der Herstellung derartiger Maschinen usw. oder mit der Verbesserung bereits vor­handener Maschinen zu besassen.

Diesen: Zwecke diente das in den Verhandlungen vom 29. September (S. 23/24) veröffentlichte Preisaus­schreiben für die Konstruktion geeigneter Maschinen zur exportfähigen Bereitung der Olpalmprodukte.

Airs Grund des Berichtes der Sachverständigen­kommission über die am 26. und 27. Oktober 1903 vor­genommenen Prüfungen hat das Komitee beschlossen, den von ihm ausgesetzten Preis von 1500 -//L der Firma Fr. Haake in Berlin zuzuerkennen, und zwar für Kon­struktion und Ausführung geeigneter Maschinen zur export­fähigen Bereitung der Produkte der Olpalme, nämlich einer Maschine zur Lösung und Abschälung des die harten warnen umhüllenden Fruchtfleisches nebst Presse zum Aus­pressen der das Fruchtfleisch bildenden ölhaltigen Faser::, sowie einer Maschine zum Zertrümmern der harten Schäle der Kerne nebst beweglichem Sortiertuch zur wesentlichen Scheidung der Schalen von den ölhaltigen Kernen, nach für diese Zwecke als geeignet erkannten Systemen.

Die Olpalme (Naois Ouiueusis) ist bekanntlich über ganz West- und Zentralafrika verbreitet und nach Pro­fessor Preuß, dem bisherigen Leiter des botanischen Gartens zu Viktoria, die einzige Nutzpflanze der Welt, welche ohne Kultur in ununterbrochener Zeitfolge viele Jahrzehnte hindurch und ohne die geringste Erschöpfung zu zeigen, reiche Erträge liefert. Der jährliche Export von Palmöl und Palmkernen beträgt heute über 50 Mil­lionen Mark, an dem Togo und Kamerun allein mit etwa 7 Millionen Mark beteiligt sind. Dabei wurden die Produkte bisher ausschließlich in primitivster Weise durch die Eingeborenen mit der Hand bereitet; etwa zwei Drittel des in den Früchten enthaltenen Palmöls geht bei der jetzigen Bereitungsmethode einfach verloren.

Die maschinelle Erntebereitung war ein Problem, welches seit langer Zeit die Maschinenfabriken aller inter-