Jahrgang 
1904: 1902/1903
Entstehung
Seite
447
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Anlage I. IV.

Allgemeines.

Wiesbaden vornehmen lassen, die das gleiche Ergebnis bezüglich der Qualität des Marmors feststellen. Zu be­merken ist hierbei, daß von verschiedenen Seiten betont wird, das Vorkomme:: von Tremolit könne auch örtlich sein und sich an anderer Stelle oder in der Tiese ver­lieren.

In Übereinstimmung mit dem Komitee hat Herr von Perbandt nunmehr den Gouverneur um Über­sendung eines größeren Blockes Marmor aus anderen Lagen ersucht, um weitere sabrikatorische Untersuchungen in Deutschland anstellen zu lassen.

ä) Südsee.

1. Guttapercha-Unternehmen in Neu-Guiuea.

Über die Feststellung von kabeltanglicher Guttapercha und gutem Kautschuk in den Küstengebieten und in: Innern Neu - Guineas durch den Botaniker Herrn Schlechter sind im vorjährigen Bericht ausführliche Mit­teilungen enthalten. Bezüglich der Beschaffenheit der Neu-Guinea-GuttaperchaUalaguium Luxüanum Loliltr. n. 8x." ist durch sabrikatorische Versuche der Firmen: Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin Felten und Guilleaume, Carlswerk, Mühlheim a. Rh. Norddeutsche Seekabelwerke, Nordenham und Gutachten von Weber und Schaer, Hamburg, und I. Wilmer, Hamburg, festgestellt, daß die Niederungsguttapercha als Mischsorte gut verwendbar und bei sorgfältigerer Gewinnung wahr­scheinlich auch in reinem Zustande für Kabelzwecke taug­lich ist. Die Qualität der Höhenguttapercha aus dem Finisterre- und Bismarckgebirge übertrifft nach Schlechter die Qualität der Niederungsgnttapercha.

Im Hinblick auf den Niedergang der Guttapercha­produktion durch den Raubbau, z. B. in Borneo, und mit Rücksicht auf die politische und wirtschaftliche Bedeutung einer Guttaperchagewinnung aus unseren Kolonien beab­sichtigt das Komitee ein Guttapercha-Unternehmen ins Werk zu setzen, welches die Erziehung der eingeborenen Bevölkerung von Neu-Guinea zur Gnttaperchagewinnung bezweckt. Das Unternehmen soll durch den Guttapercha- und Kautschukexperten Herrn Schlechter geleitet werden und sich zunächst auf drei Jahre erstrecken. Zwölf gutta- perchaknndige Dajaks aus Borneo sowie eine größere Anzahl Neumecklenburger und Neupommern werden Guttapercha-Etappen zunächst im Finisterregebirge und dann weiterhin im Bismarckgebirge anlegen, um im Um­kreise dieser Etappen Guttapercha zu gewinnen und die eingeborene Bevölkerung zur Ausbeute heranzuziehen. Die für die Etappen gerodeten Flächen sollen zunächst der Produktion von Lebensmitteln dienen und bei Verlegung der Etappe mit Guttaperchabäumen bepflanzt werden. Bei umsichtiger Leitung des Unternehmens dürfte den: Schutzgebiet durch die Guttaperchaausfuhr ein reicher Gewinn zufließen.

2. Landwirtschaftliche Erkundung von Samoa.

Die nicht unerhebliche Einwanderung nach Samoa und die verschiedenartige Beurteilung der dortigen land­wirtschaftlichen Verhältnisse ließen es als notwendig erscheinen, Klarheit, insbesondere über die für den Kakao­bau und andere Kulturen geeigneten Gebiete und derer: Rentabilitätsaussichten im Klein- und Großbetrieb, zu schaffen.

Mit dieser Ausgabe wurde auf Vorschlag des Gou­verneurs Herr Geh. Regierungsrat Professor vr. Wohlt- mann betraut. Geheimrat Wohltmann kommt in seinen: Bericht zu dem Ergebnis, daß die Regenverhältnisse auf Samoa für die Kakaoknltur mit einen: Jahresmittel von ea. 3000 mni für Apia, 2650 nur: für Baitele, 2175 mm