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1904: 1902/1903
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Anlage 3. IV.

Allgemeines.

Welche einige Jahre auf den Kakaopslanzungeu der Gold­küste gearbeitet und die Kultur kennen gelernt haben, angeboten, nach Togo zurückzukehren und dort die Kakao­kultur zu betreiben, falls ihnen Unterstützung durch die Kaiserliche Regierung und Absatz ihrer Produkte zu ent­sprechenden Preisen zugesichert werden könnten.

Da die Kakaokultur lang anhaltende Regenzeiten ver­langt, mit welchen in Togo nur in den Gebirgstälern gerechnet werden kann, sollen die bei der Erkundung ge­sammelten Erfahrungen vornehmlich für Anlage von Kulturen in den Gebirgstälern verwertet werden.

4. Pflanzenpathologische Expedition nach Westafrika.

Infolge Auftretens von tierischen und pflanzlichen Schädlingen der Banmwoll- und Kakaokultur in Togo und der Kaffee-, Kakao- und Kautschukkultur in Kamerun wurde die Entsendung eines tropenerfahrenen Pslanzen- pathologen nach den westasrikanischen Küsten beschlossen.

Der Expedition werden folgende Ausgaben gestellt:

1. Togo. Studium und Bekämpfung der als Schäd­linge der Kokosnußpalmenkultur auftretenden Schildlaus, des Rüsselkäfers, des Rostes und der Wurzel- und Blütenschädlinge der Baumwolle und der Blattkrankheiten des Kaffees.

2. Kamerun. Studium und Bekämpfung der Kakao-, Kaffee- und Kautschukschädlinge, ins­besondere der Rindenwanze, der Kaffee-, Kakao- und Castilloabohrer, des Wurzelpilzes rc.

3. Versuche mit der Desinfizierung von Saatgut.

e) Deutsch-Südwestafrika.

1. Bohrkolonne.

Über die Ergebnisse der durch das Komitee aus­gerüsteten Bohrkolonne liegen Berichte des Kaiserlichen Gouvernements von Deutsch-Südwestasrika bis Ende 1902 vor. Insgesamt wurden 26 Bohrungen ausgeführt uud zwar auf den Farmen: Ludwig von Fran<?ois Frauenstein Ondekaremba Voigtland Augos Okakoara Thalheim Krumhuk Hohewarte Tsatzachas Modler. Das Ergebnis ist: 7 Brunnen mit reichlich Wasser, 7 Brunnen mit wenig Wasser,' 12 Bohrungen waren ohne Erfolg bezw. wurden ein­gestellt teils wegen undurchdringlichen Gesteins, teils wegen der Schwierigkeit, das für die Bohrungen erforderliche Wasser zu beschaffen.

Ansang Januar 1903 bohrten die Bohrmeister Holst und Tew aus den Farmen Haris und Oamite, sowie aus Arovley an der Verkehrsstraße zwischen Aub und Reho- both, um am letzteren Platze eine öffentliche Tränkstelle zu schaffen. Der Bohrmeister Stäbe ist mit Bohrungen nördlich und nordwestlich von Windhuk beschäftigt.

Eine Anzahl Bohrkerne, u. a. von den Farmen Ludwig, Voigtland, von Frarwois und Augos im Bezirk Windhuk, von Gibeon und Noro-Aub, wurden durch die Königlich Geologische Landesanstalt und Bergakademie, Berlin bestimmt. Die Kerne aus dem Bezirk Windhuk bestehen durchweg aus Gneis, der bisweilen größere Quarzlinsen enthält. Sehr häufig enthalten die Gestein­proben einen hellroten Granat in oft verdrückten Kristallen bis zur Größe einer Erbse. Die Kerne aus dem Gibeon- bezirk bestehen aus feinkörnigem Sandstein. Während die Gesteinsproben aus der Gegend von Windhuk der Primärsormation Südafrikas angehören, dürsten diejenigen aus dem Bezirk Gibeon vielleicht der Kapsormation Schenks zuzurechnen sein.

2. Fischflußexpeditiou.

Die Ausführung der von der Deutschen Kolonial- gesellschaft beschlossenen Fischslußexpedition wurde dem