Jahrgang 
1911: 1909/1910 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Entstehung
Seite
557
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D. Marianen (Saipan). Allgemeines.

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D. Marianen (Saipan).

(Berichterstatter: Regierungsarzt I)r. Schnee.)

I. Allgemeines.

Saipan wurde bisher von einem europäischen Heilgehilfen ver­sehen, der Arzt aus Ponape verweilte hier gelegentlich einige Monate. Unterzeichneter übernahm den ärztlichen Dienst auf dieser Insel am 3. Juli 1909, während der Heilgehilfe bis zum Oktober anwesend war.

Außerdem sind zwei eingeborene Hilfskräfte im Krankenhause tätig, einer derselben stammt von der benachbarten Insel Rota, wo er später als eine Art von Medizinalperson zu funktionieren hat. Augenblicklich ist dort ein früherer Lazarettjunge tätig; seine Hilfs­leistungen beschränken sich naturgemäß auf die primitivsten Hand­reichungen. Schwerkranke werden möglichst nach hier überführt.

führt, erhebt sich auf einem steinernen rmuidiu. JJö uöi Ull^"

lieh mit japanischen Ziegeln gedeckt, doch war der als Unterlage und Befestigung dienende Lehm durch Regengüsse und Taifune mit der Zeit derartig abgespült, daß es sehr stark durchregnete. Bücher mußte ich z. B. beim Regen in Handtücher eingewickelt unter den Regalen aufbewahren. Seitdem die Ziegel durch Wellblech ersetzt sind, vor etwa einem halben Jahre, hält das Dach gut dicht. Das Hospital enthält drei Zimmer; das größte ist durch eine Scheidewand nachträglich in zwei geteilt, so daß vier Räume herauskommen. A. (350 X 350 X 275) dient für poliklinische Zwecke, insbesondere zum Verbinden, während die Veranda als Wartezimmer benutzt wird. B. (350 X 350 X 275) enthält zwei Regale mit den Arznei­mitteln und einen Eckschrank mit Instrumenten. In der Mitte steht ein großer Tisch. Raum C. (500 X 250 X 275 cm) dient als Unter­suchungsraum, hier steht ein hier gefertigter primitiver, aber völlig genügender Operationstisch. In D. (500 X 270 X 275 cm) werden Kranke untergebracht, welche einer besonderen Beaufsichtigung be­dürfen (schwere Fälle oder Operierte). Leider ist das Licht in C. so schlecht, daß es unmöglich ist, dort zu operieren, dieses muß im Zimmer A. stattfinden, welches allein eine freie, nicht auf die Veranda führende Fensteröffnung besitzt. Glasscheiben hat das Hospital nicht, nur Läden. Narkosen können somit nur bei mehr oder weniger ver­dunkeltem Zimmer vorgenommen werden, da bei den fast andauernd herrschenden Winden die Läden nach einer oder zwei Seiten ge­schlossen werden müssen. Aus demselben Grunde ist es auch fast unmöglich, Instrumente auszukochen, da der Luftzug nur bei Ver­dunkelung abzuhalten ist. Zum Mikroskopieren ist gleichfalls kaum

K r a n k e n h

Das Krankenhaus, ein Holzbau einer Stelle unterbrochener Veranda zi

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