VI. Karolinen, Marshall- Inseln und Marianen.
A. Westkarolinen (Jap).
(Berichterstatter: Regierungsarzt l)r. Buse.)
I. Allgemeine Gesundheitsverhältnisse.
Jap ist im Berichtsjahr von schweren Epidemien verschont geblieben. Gnädig sind die rauhen Nordoststürme vorübergegangen, die gewöhnlich den Inselbewohner mit schweren Erkältungs- und deren Gefolgekrankheiten beglücken. Dieses Gefolge wird hier von der Tuberkulose beherrscht; wo diese Anlage sich vorfindet, da nistet sie sich unausrottbar ein: Jap steht unter dem Zeichen der Tuberkulose
und unschwer läßt sich die Hausinfektion meist nachweisen. Der Tuberkulose ist großenteils die stetige Bevölkerungsabnahme Japs zuzuschreiben, ihr verheerendes Wirken unter dem jungen Geschlecht steht in unzweifelhaften nahen Beziehungen zu der geringen Geburtenziffer: eine namentliche Aufstellung aller Japleute im Berichtsjahre gibt Zeugnis davon; die älteren Leute sind bei weitem in der Mehrzahl, ganze jüngere Jahrgänge fehlen, sind wenigstens zusammengeschmolzen, in den letzten Jahren dazu noch hingerafft durch Ruhr. Ist es anders zu erwarten, als daß ein derartig gestelltes Volk dem Niedergang verfällt?
Auf Palau und den zum Bezirk der West-Karolinen gehörigen Atollen liegen die gesundheitlichen Verhältnisse etwas günstiger, wenigstens herrscht hier die Tuberkulose nicht derartig vor. Im Februar und März bot sich Gelegenheit, mit dem Regierungsschiff „Delphin“, über Palau die Südinseln Sonseroll, Tobi, Pulo Ann zu besuchen, um den Gesundheitszustand der Eingeborenen festzustellen. Merir und Pulo Ann sind seit 190(1 durch Flutwelle verwüstet, wurden Ende 1900 entvölkert und sind noch nicht wieder besiedelt. Sonseroll und Tobi zeigen kein ungünstiges Bild. Auf Sonseroll viel Tinea imbricata, die den Leuten recht unangenehm ist. Unter etwa 300 Menschen gegen 20 Mann mit luischen Ge-