Jahrgang 
1915: 1911/12 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Entstehung
Seite
583
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B. Ponape (Ostkarolinen;.

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B. Ponape (Ostkarolinen).

Berichterstatter: Regierungsarzt Ur. J. Mayer.

1. Personal.

Medizinalrat Dr. Girschner versah den ärztlichen Dienst bis Ende Januar 1912, von da ab hatte der Berichterstatter die Vertretung. Während des Berichtsjahres standen dem Arzte zur Seite: 1 Ponape- junge, welcher Deutsch versteht und auch befähigt ist, schriftliche Ein­träge zu machen, 1 Malaie (früherer Polizeisoldat), der den Dienst unter den Kranken versieht und Aufseher über das Hospital ist; außerdem waren noch 2 Polizeisoldaten abkommandiert: einer als Handlanger bei ärztlichen Verrichtungen und einer war als Koch tätig. Recht wertvolle Dienste leistete aushilfsweise bei Operationen oder bei Schwerkranken eine Schwester der katholischen [Mission; sie hat aber Ende Januar Ponape verlassen.

2. Krankenhaus.

Die Krankenhausanlagen, wie sie im Medizinalbericht 1908/09 be­schrieben wurden, zeigten sich in der letzten Zeit als unzureichend. Der Zudrang war stark infolge verschiedener Epidemien (besonders Denguefieber und Parotitis) und namentlich infolge des günstigen Er­folges, den die Behandlung der Syphilis und Framboesie mit Salvarsan aufzuweisen hatte; die Bevölkerung hatte Vertrauen gefaßt und strömte zahlreich herbei. Es wurde außerhalb der Einfassung des Grund­stücks ein bequemes luftiges Häuschen aus Buschmaterial errichtet und mit Wellblech gedeckt. Es bietet Unterkunft für etwa 8 Eingeborene und ist hauptsächlich für Tuberkulosefälle berechnet. Desgleichen mußte die eine Hälfte des Bootshauses für Krankenzwecke eingerichtet werden ; es fanden daselbst die ansteckenden Darmkrankheiten Unterkunft.

Für Europäer bietet natürlich das primitiv eingerichtete Kranken­haus es wurden auch alle in ihren eigenen Wohnungen behandelt und verpflegt keinerlei bequeme Unterkunftsmöglichkeit. Für ganz besondere Fälle ist oben auf dem Kasernplatze ein Zimmer reserviert, in dem 34 Kranke untergebracht werden könnten. Hierzu könnte das Hospital eine Krankenzimmereinrichtung für 2 Personen liefern.

3. Verpflegung der weißen und farbigen Bevölkerung.

Die Nahrungsverhältnisse, welche die Insel bietet, sind ziemlich eintönig, wenigstens für den verwöhnteren Gaumen der Weißen, wenn sie auch für die Farbigen vollwertig zu sein scheinen.