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1915: 1911/12 / hrsg. vom Reichskolonialamt
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VI. Karolinen, Marshall- und Palau- Inseln.

II. Krankendienst.

Der Krankenzuzug war im Berichtsjahr 1911/12 besser als in

früherer Zeit.

Im Bestand waren . 117

Zugang. 1 422

Summe der Behandelten ...". 1 539

Abgang.

Geheilt . 1 117

Gestorben. 35

Anderweitig. 232

Bestand bleiben. 155

Der Krankenbesuch ist in der Hauptsache poliklinisch; Schwierig­keiten, die Kranken im Hospital zu halten, bietet häufig der über alles hochgehaltene Kastengeist. Der niedriger Stehende scheut sich, die täglichen Verrichtungen des Zusammenlebens: Essen, Kochen,

Schlafen usw., in Gemeinschaft mit einem Oberen auszuführen. Er zieht es vor, in einem verschwiegenen Winkel für sich zu leben. Für unmöglich gilt der an üblen Geschwüren Leidende oder sonst Ver­stümmelte ; er wird abseits in kleiner Hütte sich überlassen; er selbst sucht, erschöpft an Körper und Geist, die Einsamkeit. Auch die Rück­sichten auf die Familie sind oft hinderlich der Konzentration der Kranken. Einzelzimmer für einen zusammengehörigen Kreis sind nicht genügend vorhanden, so mieten sich solche Kranke, die von den An­verwandten begleitet werden, am liebsten in den naheliegenden Dörfern Dugor, Keng, Nehemar, Tafaguif, Rumu ein, nicht zum Vorteil der dortigen Häuser, welche zu oft der Infizierung mit Tuberkulose aus­gesetzt sind. Schließlich darf das sexuelle Moment nicht vergessen werden. Nur ungern läßt man die weiblichen Glieder der Familie in so großer verführerischer Nähe einer großen Anzahl von Männern. Und selbst das männliche Geschlecht fürchtet wohl nicht umsonst die Verführungskünste so mancher Schönen.

Trotz dieser gewichtigen Gründe suche ich möglichst die Kranken an das Hospital zu fesseln, soweit es eben Raum und andere Rück­sichten gestatten.

7. Kasuistik.

Framboesie.

Sie ist die in Jap weitest verbreitete Krankheit; 100% der Jap- leute werden befallen. Sie begleitet sie bis ins hohe Alter. Kaum einer ist zu finden, der außer den charakteristischen Narben nicht untrüg­liche Zeichen der chronisch gewordenen (tertiären) Krankheit auf­wiese. So manche lästige chronische Hauterscheinungen der Hand-