Jahrgang 
1915: 1911/12 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Entstehung
Seite
506
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^0(5 V. Deutsch-Neuguinea.

im Vorjahr io 984. Von diesen kommen auf die Unternehmungen im Bismarckarchipel und den Salomonsinseln 9 316, auf die in Kaiser- Wilhelmsland 4 133 Arbeiter. Man muß annehmen, daß am 1. Januar 1912 insgesamt etwa ib 000 Eingeborene im Dienst von Europäern standen, Polizeisoldaten, Gouvernementsarbeiter, Diener usw. ein­gerechnet.

111. Krankendienst.

17. Krankenbewegung.

Zur richtigen Beurteilung der folgenden Tabelle diene folgende Erläuterung:

1. Ein Vergleich mit dem Vorjahre würde zu falschen Schlüssen führen, da aus dem Jahr 1910/11 kein Bericht aus Käwieng eingegangen ist und alle diesbezüglichen Zahlen und Angaben von dort fehlen. Auch war die Arztstelle in Namatanai damals noch nicht eingerichtet.

2. Bei der angegebenen Iststärke der Europäer sind auch die eingerechnet, die an entfernten Plätzen wohnen, an denen sie nie die Möglichkeit haben, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die durch­schnittliche Iststärke der farbigen Bevölkerung anzugeben, ist un­möglich, da Ergebnisse über Volkszählungen nur aus den wenigen organisierten Teilen des Schutzgebiets vorliegen. Es ist daher die Zahl der im Dienst von Europäern stehenden Earbigen, welche das Haupt-Kontingent der von den Ärzten behandelten Kranken bilden, an die Stelle dieser Zahl gesetzt.

3. Unter der Rubrik »Bestand« und »Zugang« sind bei Earbigen nur die in den Krankenhäusern des Gouvernements und der Xeu- guineakompagnie in Eriedrich-Wilhelmshafen behandelten Kranken gezählt. Nicht eingerechnet sind die in den Privatkrankenhäusern der Firmen und Missionen behandelten farbigen Arbeiter und die poli­klinisch behandelten farbigen Kranken. Bei den Europäern sind da­gegen auch die ambulant oder in ihren Wohnungen Behandelten auf­geführt.

4. Die Zahl der Behandlungstage bezieht sich nur auf die im Krankenhause behandelten Kranken. Es wäre daher falsch, aus der Zahl der kranken Europäer und der der Behandlungstage einen Schluß auf die durchschnittliche Krankheitsdauer ziehen zu wollen.

5. Das Verhältnis der Zugänge zur Iststärke ist geeignet, eben­falls ein ganz falsches Bild der Häufigkeit der Erkrankungen zu geben, da eine nicht geringe Anzahl von Europäern und Farbigen infolge der weiten Entfernung ihres Wohnsitzes vom nächsten Arzt und der seltenen Schiffsverbindung gar nicht in der Lage ist, in Erkrankungs­fällen ärztliche Hilfe zu erlangen, und die Erkrankungen dieser Europäer daher auch nicht bekannt geworden sind.

Je leichter und bequemer der Arzt zu erreichen ist, um so mehr wird er in Anspruch genommen. Dieses prägt sich sehr deutlich aus,